Die Geschichte beginnt mit einem Nerzmantel. 1965 warf Peter Mondavi seinem Bruder Robert vor, Firmengeld für den Mantel verschwendet zu haben, den dessen Frau zu einem Empfang im Weissen Haus getragen hatte. Es kam zu einer Schlägerei zwischen den Brüdern, die zusammen das Familienweingut Charles Krug in St. Helena führten, und Robert, damals 52, wurde hinausgedrängt. Ein Jahr später eröffnete er in Oakville sein eigenes Weingut mit dem markanten Glockenturm im Missionsstil, das erste grosse neue Weingut im Napa Valley seit dem Ende der Prohibition. Der Prozess um das Familienerbe zog sich bis 1976 und endete mit einem Vergleich zu Roberts Gunsten.

Ein Prediger, kein Kellermeister

Mondavi war kein Winzer im klassischen Sinn, sondern ein Prediger. Er hatte in Europa gesehen, dass Wein zum Essen gehört, Teil der Kultur ist und nicht in Krügen verkauft werden muss. Er reiste nach Bordeaux und Burgund, holte französische Barriques und Edelstahltanks, experimentierte mit Kaltvergärung und ging mit seinen Erkenntnissen offen um, auch gegenüber der Konkurrenz. Sein berühmtester Marketingcoup war der Fumé Blanc von 1968: Sauvignon Blanc galt in Kalifornien als süsser Billigwein, also baute Mondavi ihn trocken im Fass aus und gab ihm einen Namen, der an Pouilly-Fumé erinnerte. Der Wein wurde ein Erfolg, und der Begriff steht heute vielen Produzenten frei.

Zum Angeben am Apéro

Napas berühmtestes Weingut verdankt sich einer Prügelei: 1965 gerieten Robert Mondavi und sein Bruder Peter wegen eines Nerzmantels aneinander, und Robert musste gehen.

Ein Handschlag auf Hawaii

1978 trafen sich Mondavi und Baron Philippe de Rothschild von Château Mouton Rothschild auf Hawaii und beschlossen, gemeinsam einen Wein zu machen. Der erste Jahrgang 1979 entstand aus Mondavis Trauben der Lage To Kalon in Oakville, 1982 bekam das Projekt den Namen Opus One, und 1991 das eigene Weingut gegenüber der Strasse. Es war das erste Joint Venture zwischen einem Bordelaiser Premier Cru und einem Gut der Neuen Welt und bewies, dass ein kalifornischer Wein zu Bordeaux-Preisen verkauft werden kann. Opus One gehört heute Constellation und der Familie Rothschild je zur Hälfte.

Ein weniger glanzvolles Ende

Das Ende war weniger glanzvoll. Der Börsengang 1993 brachte Geld und Druck, die Familie zerstritt sich über die Strategie zwischen Massenmarke und Spitzenwein, und 2004 übernahm Constellation Brands das Unternehmen. Robert Mondavi starb 2008 mit 94 Jahren, nachdem er Dutzende Millionen für Kultur, das Robert Mondavi Institute an der University of California in Davis und das Kochzentrum Copia in Napa gestiftet hatte. Für den Schweizer Weinfreund ist er der Grund, weshalb Napa Cabernet neben Bordeaux im Regal steht und weshalb man in Weingütern heute degustieren, essen und Konzerte hören kann.