Rebsorte
Sauvignon Blanc
Sauvignon Blanc in der Schweiz: rund 220 Hektaren, Stachelbeere und Holunder im Glas, Schwerpunkte Deutschschweiz, Genf und Wallis. Herkunft und Gerichte.
- Farbe
- Weiss
- Herkunft
- Loire und Südwestfrankreich; mit Cabernet Franc Elternsorte des Cabernet Sauvignon
- Anbau in der Schweiz
- Rund 220 Hektaren, rund 40 Prozent davon in der Deutschschweiz, dann Genf und Wallis
- Typische Aromen
- Stachelbeere, Holunderblüte, Grapefruit, Cassisknospe, frisch geschnittenes Gras
- Klassische Kombination
- Ziegenkäse, Spargel, Fisch mit Zitrone, Tomaten
- Synonym
- Blanc Fumé, Fumé Blanc
Sauvignon Blanc ist die Sorte, die man an der Nase erkennt, bevor das Glas den Mund erreicht: Stachelbeere, Holunderblüte, Grapefruit, Cassisknospe und ein grüner Ton wie frisch geschnittenes Gras. Ihre Heimat liegt an der Loire und im Südwesten Frankreichs; Sancerre und Pouilly-Fumé haben sie berühmt gemacht, und in Bordeaux ist sie der weisse Gegenpart zu den roten Cabernets. Das ist kein Zufall: Aus einer natürlichen Kreuzung von Sauvignon Blanc und Cabernet Franc ist der Cabernet Sauvignon hervorgegangen. Weltweit ist die Sorte heute in Neuseeland, Chile und Südafrika ebenso zuhause wie in Europa.
In der Schweiz war Sauvignon Blanc lange eine Randerscheinung. In den letzten drei Jahrzehnten hat sich das geändert, und heute stehen rund 220 Hektaren, mit weiter steigender Tendenz. Rund 40 Prozent davon wachsen in der Deutschschweiz, vom Aargau über Zürich bis Schaffhausen und Thurgau, wo die Sorte neben Müller-Thurgau und Pinot Blanc zum Standardsortiment vieler Betriebe gehört. Knapp ein Fünftel steht in Genf, dessen Winzer in Satigny und Dardagny auch im Holz ausgebaute Versionen pflegen; je rund ein Zehntel findet man im Wallis, in der Waadt, im Drei-Seen-Land und im Tessin.
Die Sorte ist anspruchsvoll. Sie will kühle, luftige, aber sonnige Lagen, denn zu viel Wärme nimmt ihr die Frische, und sie reagiert empfindlich auf den Lesezeitpunkt: zu früh grün und hart, zu spät flach und tropisch. Schweizer Sauvignon Blanc ist in der Regel trocken, lebhaft in der Säure, mittelschwer und eher auf Zitrus, Holunder und Stachelbeere gebaut als auf Passionsfrucht; aus sonnigen Lagen im Wallis kann auch Mango dazukommen. Im Stahltank ausgebaut wird er jung getrunken, innerhalb von zwei bis drei Jahren. Einige Betriebe vergären ihn im Barrique, was Rauch und Cremigkeit bringt und auf den Namen Fumé zurückgeht.
Zum Essen ist Sauvignon Blanc ein Spezialist für alles, woran andere Weine scheitern: Ziegenkäse, Spargel, Tomaten, grünes Gemüse, Kräuter, Zitronenbutter zum Fisch, Sushi und leicht scharfe asiatische Küche. Zu Rahmsaucen und schwerem Fleisch passt er dagegen schlecht. Serviert wird er kalt, bei 8 bis 10 Grad.
Wer die Schweizer Interpretation sucht, probiert einen Genfer Sauvignon Blanc aus dem Mandement neben einem aus dem Zürcher Weinland oder aus Schaffhausen. Der Unterschied zwischen dem reiferen, runderen Westen und dem knackigeren Norden zeigt gut, wie sehr diese Sorte den Ort spiegelt, an dem sie wächst.