Zwölf Züge, mehr hat man nicht. «Vinhos» dauert sechs Jahre, und in jedem Jahr hat jede Spielerin und jeder Spieler zwei Aktionen: Rebberge kaufen, Kellereien bauen, Önologen und Bauern einstellen, Wein verkaufen oder exportieren, Experten anwerben, einen Wein an die Messe schicken. Jede Entscheidung schliesst zwei andere aus. Das Spiel des Portugiesen Vital Lacerda erschien 2010; es folgten «CO₂», «The Gallerist» und «Lisboa», die seinen Ruf als Autor schwerer, eng verzahnter Strategiespiele festigten. 2016 kam eine Deluxe-Ausgabe mit Illustrationen von Ian O’Toole und zwei Regelwerken in einer Schachtel: dem ursprünglichen «2010 Reserve» und dem schlankeren «Special Vintage 2016».
Neun Regionen, neun Regeln
Der Spielplan ist eine Weinkarte Portugals, und jede Region hat eine Eigenheit, die etwas Wahres erzählt. Im Minho, der Heimat des Vinho Verde, lässt sich kein Keller bauen: Diese Weine trinkt man jung. Am Douro bekommt man Porto-Plättchen, die einen Douro-Wein aufwerten, eine Anspielung auf den Portwein, der an den steilen Hängen des Flusses wächst. Im Dão gibt es einen Keller geschenkt, denn seine Weine sind für ihr Alterungspotenzial bekannt. Im Alentejo, den heissen Ebenen im Süden, zählt das Ansehen der Region doppelt, und wer in Setúbal anfängt, erhält zwei Experten, eine Verbeugung vor dem Moscatel de Setúbal. Lisboa, früher Estremadura, schenkt eine Kellerei, der Ribatejo am Tejo einen Bauern, Trás-os-Montes punktet an der Messe, die Algarve beim Verkauf.
Zum Angeben am Apéro
Das Geld in Vinhos heisst Bagos, portugiesisch für die Beeren einer Traube, und im Minho darf man keinen Keller bauen: Vinho Verde trinkt man jung.
Messen und Jahrgänge
Den Takt geben die Messen. Nach dem dritten, fünften und sechsten Jahr findet die Feira Nacional do Vinho Português statt. Dort zählen der Wert des Weins und die Experten, die man mitbringt, eingeteilt nach Aussehen, Aroma, Geschmack und Alkoholgehalt, also nach den Stationen einer Degustation. Jahrgangsplättchen verändern Jahr für Jahr die Qualität, und in einem schlechten Jahr kann ein Gut leer ausgehen. Siegpunkte bringen vor allem Messen und Exporte; bezahlt wird in Bagos, dem portugiesischen Wort für die Beeren einer Traube.
Das Spieleregal
Vier Weinspiele vom Familien- bis zum Expertenspiel, und was sie über den Wein lehren.
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Vignobles2017
Fabrice Arcas, Guillaume Peccoz · Ludocom
- 2–4 Spieler
- rund 45 Min.
- Familienspiel
Südwestfrankreich, auf der Rückseite ganz Frankreich
Weinhandel mit den Appellationen einer Region
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Viticulture2013 · Essential Edition 2015
Jamey Stegmaier, Alan Stone · Stonemaier Games
- 1–6 Spieler
- 60–90 Min.
- Kennerspiel
ein altes Gut in ItalienToskana
das Rebjahr: pflanzen, lesen, keltern, reifen lassen, liefern
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Grand Cru2010
Ulrich Blum · eggertspiele
- 2–5 Spieler
- rund 90 Min.
- Kennerspiel
ein Weingut, auf Kredit gebaut
Kredite, Investitionen und Keller, bis der letzte Kredit getilgt ist
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Vinhos2010 · Deluxe Edition 2016Dieser Artikel
Vital Lacerda · Eagle-Gryphon Games
- 1–4 Spieler
- 90–180 Min.
- Expertenspiel
Portugal, neun RegionenVinho VerdeDouroAlentejo
die Regionen Portugals, Önologen und die Weinmesse
Spielerzahl und Dauer nach den Angaben der Verlage; die Einordnung als Familien-, Kenner- oder Expertenspiel ist eine Einschätzung der Redaktion.
Was es über Portugal lehrt
Wer Vinhos ein paar Mal gespielt hat, kennt die Weinkarte Portugals besser als manche Weinkarte im Restaurant. Das ist sein eigentlicher Wert für Weinfreunde: Portugal ist mit seinen einheimischen Sorten, von der Touriga Nacional am Douro bis zum Alvarinho im Minho, eines der vielfältigsten Weinländer Europas. Zur Deluxe-Ausgabe gibt es die Inseln Madeira und die Azoren als kleine Erweiterungen. Zur Partie passt ein roter Douro, der aus denselben Trauben gekeltert wird wie der Portwein, oder ein Vinho Verde für die ersten Jahre, bevor die Messen ernst werden. Ein Abend reicht für eine Partie; das Lernen der Regeln braucht einen zweiten.
