Weinregion
Toskana
Die Toskana ist das Land des Sangiovese: Chianti Classico, Brunello di Montalcino, Vino Nobile und die Bordeaux-Sorten von Bolgheri.
- Rebfläche
- rund 60 000 Hektaren
- Wichtigste Sorten
- Sangiovese, dazu Canaiolo, Cabernet Sauvignon und Merlot; weiss Vernaccia, Trebbiano und Vermentino
- Appellationen
- elf DOCG und über 40 DOC
- Böden und Klima
- mediterran und hügelig; Galestro und Alberese im Chianti, Seewind in Bolgheri und in der Maremma
- Typische Weine
- Chianti Classico, Brunello di Montalcino, Vino Nobile di Montepulciano, Bolgheri, Vernaccia di San Gimignano, Vin Santo
- Wahrzeichen
- Gallo Nero, der schwarze Hahn des 1924 gegründeten Consorzio Chianti Classico
Die Toskana liegt in Mittelitalien zwischen Apennin und Tyrrhenischem Meer: Hügel, Zypressen und Olivenhaine, dazwischen rund 60 000 Hektaren Reben. Das Klima ist mediterran, mit heissen, trockenen Sommern und milden Wintern; im Landesinnern kühlen die Höhenlagen die Nächte, an der Küste mildert der Seewind die Hitze. Die Region zählt elf DOCG und über 40 DOC. Eine Rebsorte beherrscht das Bild: der Sangiovese, die wichtigste rote Rebsorte Italiens und das Rückgrat fast aller grossen toskanischen Rotweine.
Das Herz der Toskana ist das Chianti zwischen Florenz und Siena. Schon 1716 zog Grossherzog Cosimo III. de’ Medici die Grenzen des Anbaugebiets, und 1924 schlossen sich die Winzer des Kerngebiets im Consorzio mit dem schwarzen Hahn, dem Gallo Nero, zusammen. Der Chianti Classico muss mindestens 80 Prozent Sangiovese enthalten, weisse Sorten sind seit 2006 nicht mehr erlaubt. Die Riserva reift mindestens 24 Monate; die 2014 eingeführte Gran Selezione an der Spitze darf nur aus Trauben des eigenen Betriebs stammen. Auf steinigen Böden aus Galestro und Alberese entstehen Weine mit Sauerkirsche, Veilchen und Kräutern, frischer Säure und festem Tannin, die zu Tomatensaucen, Grillfleisch und Pecorino passen.
Weiter südlich wächst in Montalcino der Brunello, ein reiner Sangiovese: mindestens zwei Jahre im Holz und vier Monate in der Flasche, Verkauf erst ab dem 1. Januar des fünften Jahres nach der Ernte, die Riserva ein Jahr später. Der Rosso di Montalcino ist die frühere, einfachere Version. Der Vino Nobile di Montepulciano stammt aus der Stadt Montepulciano und ebenfalls aus Sangiovese, der hier Prugnolo Gentile heisst; mit der Sorte Montepulciano aus den Abruzzen hat er nichts zu tun.
An der Küste bei Bolgheri hat die Toskana ihr Bordeaux: Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, vom Meer begünstigt. Mario Incisa della Rocchetta pflanzte hier 1944 Cabernet Sauvignon; der Sassicaia kam mit dem Jahrgang 1968 in den Verkauf und hat seit 1994 eine eigene Appellation, Bolgheri Sassicaia. Er wurde zum Vorbild der «Super Tuscans», jener Weine, die sich ursprünglich nicht an die Regeln der klassischen Appellationen hielten. Wer Merlot aus dem Tessin schätzt, findet in Bolgheri dieselbe Sorte in anderer Landschaft: mit Meer statt Seen.
Aus den Hügeln um San Gimignano kommt die Vernaccia, die 1966 die erste italienische DOC erhielt. Der Vin Santo wird aus getrockneten Trauben in kleinen Fässern ausgebaut und reift mehrere Jahre; dazu tunkt man Cantucci. Zum Essen: Bistecca alla fiorentina zu Chianti Classico oder Brunello, Wildschweinragout zu Vino Nobile, Pecorino zum jüngeren Sangiovese.