Weinregion

Alentejo

Der Alentejo im Süden Portugals: Korkeichen, Sonne und warme, fruchtige Rotweine aus Aragonez und Trincadeira, dazu die Tonkrugweine Vinho de Talha.

Rebfläche
gut 20 000 Hektaren auf knapp einem Drittel der Landesfläche
Wichtigste Sorten
rot: Aragonez, Trincadeira, Alicante Bouschet, Alfrocheiro; weiss: Antão Vaz, Arinto, Roupeiro, Fernão Pires
Klima und Böden
mediterran, heiss und trocken: Sommer regelmässig bis 40 °C; Granit, Schiefer, Kalk, Lehm
Herkunftsangaben
DOC Alentejo mit acht Unterzonen; Vinho Regional Alentejano für die ganze Region
Besonderheit
Kork: Portugal liefert rund die Hälfte der Weltproduktion; Vinho de Talha aus Tonkrügen

Der Alentejo, dessen Name «jenseits des Tejo» bedeutet, nimmt knapp ein Drittel Portugals ein und ist dünn besiedelt. Weite Ebenen mit Weizenfeldern, Olivenhainen und lichten Korkeichenwäldern, den Montados, prägen das Bild. Das Klima ist mediterran, mit heissen, trockenen Sommern, in denen die Temperaturen regelmässig 40 °C erreichen, und milden, feuchten Wintern. Rund die Hälfte des weltweit geernteten Korks stammt aus Portugal, und der Alentejo ist dafür das wichtigste Anbaugebiet; die Rinde der Korkeiche wird etwa alle neun Jahre abgeschält, ohne dass der Baum stirbt.

Die Reben bedecken gut 20 000 Hektaren auf Granit, Schiefer, Kalk, Lehm und Kies. Die ganze Region trägt die Angabe Vinho Regional Alentejano, und acht Unterzonen dürfen die DOC Alentejo führen: Portalegre, Borba, Redondo, Évora, Reguengos, Granja-Amareleja, Vidigueira und Moura. Die ersten DOC wurden 1988 geregelt, die Regionalkommission CVRA entstand 1989. Portalegre, die nördlichste Unterzone, liegt am Fuss der Serra de São Mamede, des höchsten Gebirgszugs südlich des Tejo.

Die Rotweine, die den Ruf des Alentejo ausmachen, sind warm, weich und fruchtig. Der Aragonez ist der Alentejo-Name des Tempranillo; die Trincadeira, eine alteingesessene Sorte der Region, gibt vollmundige Weine mit Brombeere, Kräutern und Blüten und braucht trockene, heisse Lagen, weil sie fäuleanfällig ist. Die Alicante Bouschet, 1866 von Henri Bouschet in Frankreich aus Petit Bouschet und Grenache gekreuzt und mit rotem Fruchtfleisch (Teinturier), ist im Alentejo, wo sie seit dem späten 19. Jahrhundert wächst, zu einer Spezialität geworden und gibt dichte, tiefdunkle Weine. Bei den Weissen sind Antão Vaz (kräftig, mit Tropenfrucht und Mandarinenschale), Arinto (Säure, Zitrus) und Roupeiro (Zitrusaromen, für den baldigen Genuss) wichtig und werden oft zusammen verschnitten.

Eine Besonderheit ist der Vinho de Talha. In grossen Tonkrügen, den Talhas, die bis zu 2 000 Liter fassen, werden die Trauben samt Schalen und Stielen nach einer Technik vergoren, die auf die Römer zurückgeht und sich im Alentejo erhalten hat. Das Innere der Krüge ist mit Kiefernharz (Pez) abgedichtet; die Gärung dauert acht bis fünfzehn Tage, der Tresterhut wird mehrmals täglich von Hand untergestossen. Traditionell öffnet man die Talhas am Martinstag, dem 11. November. Vidigueira, Vila de Frades und Cuba sind die bekanntesten Orte.

Zum Trinken: Alentejo-Rotweine zu Schmorgerichten, Schwein und Lamm und zu Schafskäse; die Weissen zu Fisch und Meeresfrüchten; Talha-Weine zu deftigen Gerichten mit Schinken und Käse.

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