Rebsorte
Muscat
Muscat, Moscato, Muskateller: die Traubenfamilie hinter Moscato d’Asti und Beaumes-de-Venise. Herkunft, Stile, Wallis und passende Gerichte.
- Farbe
- Meist weiss; die Familie kennt auch gelbe, rosa und fast schwarze Sorten
- Herkunft
- Muscat Blanc à Petits Grains: Herkunft ungeklärt; Muscat von Alexandria ist seine Kreuzung mit der Tafeltraube Axina de Tres Bias
- Wichtige Anbaugebiete
- Piemont, Südfrankreich, Elsass, Sizilien, Spanien, Griechenland, Südafrika, Australien; in der Schweiz rund 40 Hektaren, vor allem im Wallis
- Typische Aromen
- Frische Traube, Orangenblüte, Rose, Zitrusschale, Honig; trocken bis süss, still bis schäumend
- Klassisch dazu
- Moscato d’Asti zu Obsttorten, trockener Muscat zu Spargel, Beaumes-de-Venise zu Melone oder Blauschimmelkäse
- Synonyme
- Muskateller (D, A), Moscato Bianco (I), Muscat de Frontignan (F), Muscat Canelli (USA); Muscat von Alexandria: Zibibbo, Hanepoot
Muscat ist weniger eine einzelne Traube als eine Familie. Mehr als 200 Rebsorten tragen in irgendeiner Sprache den Namen Muscat, Moscato, Moscatel oder Muskateller, von Weiss über Rosa bis fast Schwarz, und längst nicht alle sind eng miteinander verwandt. Gemeinsam ist ihnen ein Duft, der so deutlich nach frischen Trauben riecht wie bei keiner anderen Sorte. Verantwortlich sind Terpene, dieselbe Stoffgruppe, die auch Gewürztraminer und Riesling ihre blumigen Töne verleiht. Die Familie liefert Keltertrauben, Tafeltrauben und Rosinen.
Die wichtigsten Mitglieder sind Muscat Blanc à Petits Grains und Muscat von Alexandria. Muscat Blanc à Petits Grains, mit kleinen Beeren, heisst in Italien Moscato Bianco, in Deutschland und Österreich Muskateller und in Kalifornien Muscat Canelli. Woher er stammt, ist ungeklärt; Griechenland und Italien kommen beide in Frage. Muscat von Alexandria entstand nach DNA-Analysen als natürliche Kreuzung zwischen ihm und der alten Tafeltraube Axina de Tres Bias. Er heisst auf Pantelleria Zibibbo, am Kap Hanepoot und in Spanien Moscatel. Muscat Ottonel, im 19. Jahrhundert an der Loire gezüchtet und auch im Elsass angebaut, hat Chasselas als einen Elternteil.
Aus Muscat entstehen so verschiedene Weine, dass man die Familie kaum als Einheit schmeckt. Der Moscato d’Asti aus dem Piemont ist sanft moussierend, süss und mit rund 5 Volumenprozent Alkohol fast ein Traubensaft; Asti ist seine voll schäumende Schwester. Der Muscat de Beaumes-de-Venise aus dem Süden des Rhonetals ist ein Vin doux naturel: Die Gärung wird mit neutralem Traubenbrand gestoppt, sodass die Süsse bleibt. Im australischen Rutherglen entstehen aus einer rotbeerigen Form, dem Muscat à Petits Grains Rouge, dunkle, aufgespritete Süssweine, im Elsass dagegen trockene, leichte Weine, die nach Traube und Orangenschale duften.
In der Schweiz ist Muscat eine Rarität: Die Bundesstatistik weist für 2025 rund 40 Hektaren Muscat und Muskateller aus, den grössten Teil davon im Wallis. Dort wachsen unter dem Namen Muscat zwei verschiedene Sorten, Muscat à petits grains und der italienische Moscato Giallo, im Wallis «Muscat du Pays» genannt, wie eine Studie von Agroscope mit DNA-Tests gezeigt hat. Zu Tisch passt trockener Muscat zum Apéro oder zu Spargel, Moscato d’Asti zu Obsttorten und Panettone, Beaumes-de-Venise zu Melone oder Blauschimmelkäse. Süsse Muscat-Weine serviert man gut gekühlt, und den Moscato d’Asti trinkt man jung: Sein Duft ist sein grösstes Kapital.