Rebsorte
Albariño
Albariño, in Portugal Alvarinho: die Weisse Galiciens und des Minho. Herkunft, Rías Baixas, Stil, Anbau und passende Gerichte.
- Farbe
- Weiss
- Herkunft
- Galicien und Nordportugal; Abstammung nicht geklärt
- Hauptanbaugebiete
- Rías Baixas (Galicien); Vinho Verde, vor allem Monção e Melgaço (Portugal); kleinere Mengen in Kalifornien, Oregon und Uruguay
- Typische Aromen
- Pfirsich, Aprikose, Zitronenschale, Grapefruit, Orangenblüte, salzige Frische
- Klassisch dazu
- Meeresfrüchte, Austern, Jakobsmuscheln, Oktopus, gegrillter Fisch
- Synonyme
- Alvarinho (Portugal)
Albariño ist die weisse Traube des feuchten atlantischen Nordwestens der Iberischen Halbinsel und der Grund, weshalb Galicien auf der Weinkarte steht. Auf der portugiesischen Seite des Grenzflusses Minho heisst sie Alvarinho. In der Denominación de Origen Rías Baixas stellt sie weit über 90 Prozent der Reben, und kaum eine andere Sorte ist so eng mit einem einzigen Gebiet verbunden.
Woher sie kommt, ist nicht abschliessend geklärt. Die Erzählung, Mönche aus Cluny hätten sie im Mittelalter vom Rhein mitgebracht, sie sei also ein Riesling, hält einer Überprüfung nicht stand; die Sorte gilt heute als einheimisch in Galicien und Nordportugal. Über ihre Eltern ist nichts Gesichertes bekannt. Wie leicht man sich bei ihr irrt, zeigt Australien: Dort pflanzte man seit dem späten 20. Jahrhundert Reben in der Meinung, es sei Albariño. Ende der 2000er-Jahre stellte sich heraus, dass es Savagnin war, jene Sorte, die im Wallis Heida heisst.
Im Anbau ist Albariño eine Sorte für feuchte Lagen. Die Beeren sind klein und dickschalig, was gegen Fäulnis hilft, im Wein aber eine leicht bittere Note hinterlassen kann. In Galicien zieht man die Reben traditionell an Pergolen auf Granitpfosten, hoch über dem Boden, damit die Luft zirkuliert und die Trauben nach Regen abtrocknen. Der Boden ist meist Granit. Das kühle Val do Salnés an der Küste und das wärmere Condado do Tea im Landesinneren sind zwei der fünf Teilgebiete der Appellation.
Im Glas ist Albariño blass, trocken und lebhaft in der Säure, mit mässigem Alkohol von meist rund 12 Prozent. Die Aromen erinnern an Pfirsich und Aprikose, Zitronenschale, Grapefruit und Orangenblüte, oft mit einem salzigen, steinigen Zug. Man baut ihn meist im Stahltank aus; einige Monate auf der Hefe geben Textur, Holz ist selten. Die meisten Weine trinkt man jung und gut gekühlt, die besten gewinnen in wenigen Jahren an Tiefe.
Auf der portugiesischen Seite liegt die Heimat des Alvarinho in Monção e Melgaço, dem nördlichsten Teilgebiet des Vinho Verde, wo der Alvarinho auf mehr als 1 000 Hektaren wächst. Die Weine sind dort oft voller und alkoholstärker als der leichte, spritzige Vinho Verde, den man sonst kennt. Ausserhalb der Iberischen Halbinsel wächst Albariño in kleineren Mengen, etwa in Kalifornien, Oregon und Uruguay. Am Tisch gehört er zu Meeresfrüchten: Austern, Jakobsmuscheln, gegrilltem Tintenfisch oder Oktopus, aber auch zu Sushi und zu gebratenem Fisch.