Weinregion

Barossa

Barossa in Südaustralien: Shiraz und Grenache von sehr alten Reben im warmen Barossa Valley, Riesling aus dem kühleren Eden Valley, Erbe deutscher Siedler.

Lage
rund 60 km nordöstlich von Adelaide, Südaustralien
Rebfläche
Barossa Valley über 10 000 Hektaren, Eden Valley über 2 000 Hektaren
Wichtigste Sorten
Shiraz, Grenache, Mataro (Mourvèdre), Cabernet Sauvignon; Riesling, Semillon, Chardonnay
Klima
Barossa Valley warm und trocken; Eden Valley in den Hügeln auf rund 500 Metern deutlich kühler
Typische Weine
Barossa-Shiraz, GSM-Cuvées aus Grenache, Shiraz und Mataro, Eden-Valley-Riesling
Wahrzeichen
Shiraz-Reben von 1847 bei Turkey Flat in Tanunda, noch heute im Ertrag

Das Barossa Valley liegt rund 60 Kilometer nordöstlich von Adelaide in Südaustralien und gehört zu den bekanntesten Weinregionen des Landes. Seine Geschichte ist die seiner Siedler: Ab den 1840er-Jahren kamen deutsche Auswanderer, viele aus dem preussischen Schlesien, und prägten Orte wie Bethany, die erste Siedlung des Tals, und Tanunda; in Angaston liessen sich vor allem Siedler aus Grossbritannien nieder. Heute bilden das warme Barossa Valley in der Talsohle und das höher gelegene, kühlere Eden Valley im Osten gemeinsam die Weinzone Barossa.

Das Barossa Valley zählt über 10 000 Hektaren Reben; es ist warm und trocken, und der Regen fällt vor allem im Winter. Hier ist Shiraz zu Hause, der australische Name für Syrah. Barossa-Shiraz ist voll, dunkel und weich, mit Brombeere, Pflaume, Schokolade und Gewürzen, viel Alkohol und rundem Tannin. Daneben steht der Grenache, der in Australien schon früh gepflanzt wurde, und der Mataro, wie der Mourvèdre dort heisst; zusammen ergeben sie die «GSM»-Cuvées nach dem Vorbild des südlichen Rhonetals.

Was die Barossa auszeichnet, sind die alten Reben. In Südaustralien ist die Reblaus bisher nie nachgewiesen worden, deshalb konnten Rebstöcke weit über hundert Jahre alt werden: Manche Rebberge sind 100 bis 150 Jahre alt, und bei Turkey Flat in Tanunda tragen Shiraz-Reben von 1847 noch heute Trauben. Alte Reben tragen wenig, aber konzentrierte Beeren; die Winzer haben deshalb eine Old Vine Charter eingeführt, um die ältesten Bestände zu schützen und auszuweisen. Selbstverständlich war dieses Erbe nicht: In den 1980er-Jahren zahlte die Regierung Südaustraliens Prämien fürs Roden, und viele wenig rentable Shiraz- und Grenache-Parzellen verschwanden, darunter alte.

Im Osten steigt das Land in die Hügel des Eden Valley, auf rund 500 Meter. Es ist deutlich kühler, und hier gedeiht der Riesling: trocken, mit Limette und Zitrusblüten, straffer Säure und der Fähigkeit, ein Jahrzehnt und länger zu reifen. Der Weinbau begann hier 1847 mit dem Gut Pewsey Vale; heute ist der Riesling im Eden Valley neben dem Shiraz die wichtigste Sorte.

Wer Syrah aus dem Wallis kennt, begegnet hier derselben Rebsorte in einer anderen Rolle. Der Walliser Syrah, im Wallis seit den 1920er-Jahren angebaut, wächst in einem deutlich kühleren alpinen Klima und ist meist schlanker und würziger; der Barossa-Shiraz aus der Hitze ist breiter und üppiger. Am Tisch passt Shiraz zu Lammkeule, Grillfleisch und Barbecue, zu Schmorgerichten und kräftigem Hartkäse; ein Eden-Valley-Riesling zu Meeresfrüchten, Fisch und leicht gewürzten asiatischen Gerichten, und Grenache-Cuvées zu Wurstwaren und Wild.

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