Rebsorte
Grenache
Grenache, in Spanien Garnacha, auf Sardinien Cannonau: Herkunft, Rhône, Priorat und Australien, Geschmack und passende Gerichte.
- Farbe
- Rot; Grenache Blanc und Grenache Gris sind Farbmutationen
- Herkunft
- Umstritten: nach verbreiteter Ansicht Aragonien (Nordspanien), doch Sardinien beansprucht sie als Cannonau; sicher ist, dass beides dieselbe Rebe ist
- Hauptanbaugebiete
- Südliche Rhône, Languedoc-Roussillon, Priorat, Rioja, Sardinien, Australien
- Typische Aromen
- Erdbeere, Kirsche, Himbeere, Pfeffer, Kräuter der Garrigue
- Klassisch dazu
- Lamm mit Kräutern, Wild, Grilladen; der Rosé zu mediterraner Küche
- Synonyme
- Garnacha (Spanien), Garnatxa (Katalonien), Cannonau (Sardinien)
Grenache ist eine der grossen Rotweinsorten des Mittelmeerraums und trägt je nach Land einen anderen Namen: Garnacha in Spanien, Garnatxa in Katalonien, Cannonau auf Sardinien. Die OIV zählte 2015 rund 163 000 Hektaren, fast neun Zehntel davon in Frankreich und Spanien. Die Heimat liegt nach verbreiteter Ansicht in Aragonien im Nordosten Spaniens, von wo die Rebe im Mittelalter nach Frankreich gelangt sein soll; Sardinien beansprucht sie als eigene Sorte. Die Frage ist nicht geklärt; sicher ist nur, dass Cannonau und Garnacha nach DNA-Analysen dieselbe Rebe sind. Neben der roten Grenache Noir gibt es die Farbmutationen Grenache Blanc und Grenache Gris, aus denen weisse Weine entstehen.
Die Rebe ist wüchsig, kommt mit Hitze und Trockenheit ausgezeichnet zurecht und gedeiht auf kargen, steinigen Böden; oft wird sie als freistehende Buschrebe ohne Drahtrahmen erzogen. Sie reift spät und braucht deshalb einen langen, warmen Sommer. Anfällig ist sie für Falschen Mehltau und für Verrieselung, bei der die Blüten nicht zu Beeren werden. Die Beeren sammeln viel Zucker, die Weine erreichen leicht 14 Prozent Alkohol und mehr. Die Schale ist dünn, Farbe und Gerbstoff fallen bescheiden aus. Grenache ist deshalb oft ein Teamplayer: Mit Syrah und Mourvèdre bildet sie die klassische Mischung der südlichen Rhône, die in Australien «GSM» heisst.
Ihr Zentrum liegt rund ums westliche Mittelmeer. An der südlichen Rhône ist sie das Rückgrat von Châteauneuf-du-Pape, wo 13 Sorten zugelassen sind (18, wenn man die Farbvarianten einzeln zählt), sowie von Gigondas und Vacqueyras; auch der Rosé von Tavel und der Rosé der Provence beruhen weitgehend auf ihr. Im Roussillon sind viele der süssen Vins doux naturels wie Banyuls und Maury aus ihr gemacht. In Spanien gibt sie im Priorat auf dem dunklen Schiefer der llicorella, zusammen mit Cariñena, dichte, konzentrierte Weine; in der Rioja bringt sie im Verschnitt mit Tempranillo Frische und Frucht. Auf Sardinien entsteht aus ihr der Cannonau di Sardegna. In Australien wurde sie früh gepflanzt, und im Barossa stehen Grenache-Reben, die über hundert Jahre alt sind.
Im Glas ist Grenache warm und weich: Erdbeere, Kirsche und Himbeere, dazu Pfeffer und die Kräuter der Garrigue. Alte Reben und karge Lagen geben mehr Konzentration und Tiefe; mit dem Alter kommen Leder, Trockenfrüchte und Gewürze hinzu. Am Tisch passen die Rotweine zu Lamm mit Kräutern, Wild und Grilladen, die Rosés zu Gemüse, Fisch und der Küche des Mittelmeers.