Rebsorte
Mourvèdre
Mourvèdre, in Spanien Monastrell, in Australien Mataro: Herkunft, Bandol, Jumilla, kräftiger Stil und passende Gerichte.
- Farbe
- Rot
- Herkunft
- Spanien, wohl die Ostküste (Raum Valencia); der genaue Ursprungsort ist nicht gesichert; der Name geht wohl auf Murviedro (heute Sagunt) zurück
- Hauptanbaugebiete
- Spanien (Jumilla, Yecla, Alicante), Bandol, südliche Rhône, Languedoc, Australien
- Typische Aromen
- Brombeere, schwarze Pflaume, Wild, Gewürze; mit Reife Leder und Lebkuchen
- Klassisch dazu
- Wildschmorbraten, Lammkeule mit Kräutern, Daube, gereifter Hartkäse
- Synonyme
- Monastrell (Spanien), Mataro (Australien, Kalifornien)
Mourvèdre ist eine Sorte mit drei Namen: In Frankreich heisst sie Mourvèdre, in Spanien Monastrell, in Australien und Kalifornien Mataro. Sie stammt aus Spanien, vermutlich von der Ostküste; der genaue Ursprungsort ist nicht gesichert. Der französische Name geht wohl auf Murviedro bei Valencia zurück, den früheren Namen von Sagunt, und Mataro auf die katalanische Stadt Mataró. Spanien hat noch immer den Löwenanteil: Die OIV zählte 2015 rund 56 000 Hektaren weltweit, davon rund 43 000 in Spanien und rund 9 000 in Frankreich. In Spanien ist Monastrell nach Tempranillo, Bobal und Garnacha die viertwichtigste rote Sorte, doch die Fläche ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. In Frankreich verlief die Entwicklung umgekehrt, von unter 900 Hektaren im Jahr 1968 auf über 7 600 um das Jahr 2000.
Mourvèdre ist anspruchsvoll. Sie reift spät und braucht viel Wärme, um Tannine und Aromen auszureifen; zu früh gelesen, schmeckt sie krautig und dünn. Die Trauben sind kompakt, die Schale ist dick, die Sorte ist anfällig für Mehltau, und das Lesefenster ist kurz: Bei Überreife fällt die Säure rasch, und die Frucht kippt ins Rosinige. Junge Weine können reduktiv wirken und nach Stall oder Schwefel riechen, bevor sie sich öffnen; Luft oder ein Karaffieren helfen ihnen.
Ihr berühmtestes Zuhause ist Bandol an der Küste der Provence, seit 1941 eine AOC. Auf etwa 1 600 Hektaren in acht Gemeinden stehen die Reben auf Terrassen, den restanques, über dem Meer. Die Böden sind karg, überwiegend kalkig und gut durchlässig. Rote Bandol müssen zu 50 bis 95 Prozent aus Mourvèdre bestehen, ergänzt durch Grenache und Cinsault, und mindestens 18 Monate im Holz reifen; auch der Rosé enthält mindestens 20 Prozent. In Châteauneuf-du-Pape und im Languedoc gibt Mourvèdre dem Verschnitt Farbe und Struktur, zusammen mit Grenache und Syrah in der «GSM»-Mischung, die im australischen Barossa zum Klassiker wurde. In Spanien ist Monastrell die Sorte von Jumilla, Yecla und Alicante, wo sie in heissen, trockenen Lagen wächst.
Im Glas ist Mourvèdre dunkel, dicht und reich an Tanninen, mit Brombeere und schwarzer Pflaume, dazu würzige, fleischige Noten von Wild; mit dem Alter kommen Leder und Lebkuchen hinzu. Für sich allein ist sie kraftvoll und streng, im Verschnitt gibt sie der weicheren Grenache Rückgrat, und gute Bandol-Weine halten sich lange. Dazu passen kräftige Gerichte: Wildschmorbraten, Lammkeule mit Kräutern, eine Daube provençale oder gereifter Hartkäse.