Rebsorte
Syrah
Syrah: die Rhône-Sorte, die seit 1921 im Wallis wächst. Herkunft, Pfeffer und Gewürz im Glas, Anbaugebiete und passende Gerichte.
- Farbe
- Rot
- Herkunft
- Nördliche Rhône; natürliche Kreuzung aus Dureza und Mondeuse Blanche
- Anbau in der Schweiz
- Rund 210 Hektaren, gut 80 Prozent davon im Wallis
- Typische Aromen
- Schwarzer Pfeffer, Gewürznelke, Brombeere, Veilchen
- Klassische Kombination
- Lammgigot mit Kräutern, Grilladen, Wildragout
- Synonym
- Shiraz (Australien, Südafrika)
Syrah ist die grosse rote Sorte der nördlichen Rhône, die Traube von Hermitage, Côte-Rôtie und Cornas. DNA-Analysen haben ihre Eltern geklärt: Sie ist eine natürliche Kreuzung aus Dureza aus der Ardèche und Mondeuse Blanche aus Savoyen, also ein echtes Kind der Region zwischen Lyon und Valence. Erstmals schriftlich erwähnt wird sie 1781 im Rebberg von Hermitage. Von dort trat sie ihren Weg um die Welt an, nach Australien als Shiraz und in den 1920er Jahren auch rhoneaufwärts ins Wallis.
In die Schweiz kam Syrah 1921: Der Walliser Agronom Henry Wuilloud brachte Stecklinge aus Tain-l’Hermitage mit, die auf der Domaine de l’Etat in Leytron gepflanzt wurden; 1925 folgte die erste Lese. Lange blieb die Sorte eine Rarität von wenigen Dutzend Hektaren. Seither ist die Fläche stark gewachsen: Heute sind es rund 210 Hektaren, gut 80 Prozent davon im Wallis, der Rest vor allem in der Waadt und in Genf. Das trockene, heisse und vom Föhn durchlüftete Rhonetal zwischen Martigny und Sierre ist für die spät reifende Sorte ideal, weil die Trauben dort auch in kühleren Jahren ausreifen.
Walliser Syrah ist tief purpurrot und hat feste, aber reife Tannine. In der Nase zeigt sie schwarzen Pfeffer, Gewürznelke, Brombeere und Veilchen, manchmal einen rauchigen, speckigen Ton wie in der Côte-Rôtie. Je nach Lage und Ausbau reicht die Bandbreite von saftig und fruchtig bis dicht und würzig; die besten Weine reifen im Barrique und halten fünf bis zehn Jahre oder länger. In kühlen Jahren erinnert die Sorte daran, dass das Wallis an der Nordgrenze des Syrah-Anbaus liegt: Dann wird sie pfeffrig und schlank statt üppig, was vielen Trinkern gerade gefällt.
Zu Syrah passt alles, was vom Grill oder aus dem Schmortopf kommt: Lammgigot mit Kräutern, Entrecôte, Wildragout im Herbst, aber auch Walliser Trockenfleisch und ein Stück gereifter Bergkäse. Serviert wird sie leicht kühl bei 16 bis 18 Grad; junge, kräftige Weine gewinnen durch eine Stunde in der Karaffe.
Wer die Sorte entdecken will, beginnt in den Gemeinden zwischen Chamoson, Leytron, Fully und Sion, wo viele Betriebe einen reinsortigen Syrah ausbauen. Daneben spielt sie im Wallis in Assemblagen mit Cornalin, Humagne Rouge oder Merlot eine Rolle. Auch in den besten Lagen am Genfersee und in Genf wird sie zunehmend gepflanzt, meist als kleine, sorgfältig ausgebaute Spezialität.