Weinregion

Oregon

Oregon an der US-Westküste: Pinot Noir und Pinot Gris im kühlen Willamette Valley, Burgund als Vorbild, strengere Etikettenregeln als der Bund.

Rebfläche
rund 18 000 Hektaren, mehr als die Hälfte im Willamette Valley
Wichtigste Sorten
Pinot Noir (gut die Hälfte der Fläche), Pinot Gris (rund ein Achtel), Chardonnay
Klima
kühl und maritim: nasse Winter, trockene, gemässigte Sommer, kühle Nächte; etwa auf 45 Grad Nord
Typische Weine
Pinot Noir aus Dundee Hills, Eola-Amity Hills und Ribbon Ridge; Pinot Gris; Chardonnay
Meilenstein
David Lett pflanzt 1965 Pinot Noir im Willamette Valley; Domaine Drouhin Oregon Ende der 1980er

Oregon liegt an der Pazifikküste der USA, nördlich von Kalifornien, und hat rund 18 000 Hektaren Reben, mehr als der gesamte Schweizer Weinbau (rund 14 500 Hektaren). Mehr als die Hälfte davon liegt im Willamette Valley, einem Tal südlich von Portland, das 1983 als erste Oregoner AVA anerkannt wurde. Es liegt etwa auf dem 45. Breitengrad, auf der Höhe von Bordeaux, und ist dennoch kühl: Das Küstengebirge schirmt gegen den Pazifik ab, durch die Lücke des Van-Duzer-Korridors strömt kühle Meeresluft herein, die Winter sind nass, die Sommer trocken und gemässigt, die Nächte kühl. Die Böden bestehen aus vulkanischem Gestein, Meeressedimenten und Löss.

Pinot Noir belegt gut die Hälfte der Fläche, die Pinot Gris etwa ein Achtel; es folgt der Chardonnay. Der Mann hinter diesem Erfolg war David Lett: Er pflanzte 1965 im Willamette Valley Pinot Noir, gegen den Rat seiner Professoren in Kalifornien, und gilt auch als Pionier des Pinot Gris in den USA. Sein Pinot Noir von 1975 schaffte es 1979 bei einer Weinolympiade in Frankreich unter die zehn besten; bei einer Wiederholung, zu der der Burgunder Robert Drouhin lud, wurde er Zweiter, knapp hinter einem Chambolle-Musigny von 1959. Drouhin kaufte später selbst Land in Oregon und gründete Ende der 1980er-Jahre mit der Domaine Drouhin Oregon in den Dundee Hills ein Weingut.

Beim Etikett ist Oregon strenger als der Bund. Für einen Sortennamen verlangt der Staat mindestens 90 Prozent dieser Sorte; nur für eine Liste von Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah genügen 75 Prozent, die Grenze des Bundesrechts. Wer eine AVA nennt, muss mindestens 95 Prozent Trauben aus dem Gebiet verwenden, das Bundesrecht verlangt 85, und alle Trauben müssen aus Oregon stammen.

Oregoner Pinot Noir ist oft ein eher heller, eleganter Wein mit roten Beeren, Kirsche und Waldboden und frischer Säure, näher am Burgund als an der Sonne Kaliforniens. Der Pinot Gris, meist frisch und fruchtig, mit Birne und Apfel, ist der Weisswein der Region. Für Schweizer Leser ist das Vertraute: Pinot Noir ist auch in der Schweiz die meistangebaute Rebsorte. Zum Trinken: Pinot Noir zu Lachs vom Grill, Ente, Pilzen und Kalbsgeschnetzeltem; Pinot Gris zu Fisch, Meeresfrüchten und leichten Gemüsegerichten.

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