Weinregion
Burgund
Burgund: rund 28 700 Hektaren, Pinot Noir und Chardonnay, Climats als UNESCO-Welterbe und die Stufen Regional, Village, Premier Cru und Grand Cru.
- Rebfläche
- rund 28 700 Hektaren und 84 Appellationen
- Wichtigste Sorten
- Chardonnay (rund 57 Prozent), Pinot Noir (rund 34 Prozent), Aligoté (rund 6 Prozent); Gamay im Süden
- Klima und Böden
- gemässigt mit kontinentalem Einfluss; Kalk und Mergel an Hängen in 200 bis 500 Metern Höhe
- Typische Weine
- Chablis, Gevrey-Chambertin, Meursault, Puligny-Montrachet, Pouilly-Fuissé
- Wahrzeichen
- Clos de Vougeot: rund 50 Hektaren, von Zisterziensern ummauert, heute mit über 70 Besitzern
Burgund liegt im Osten Frankreichs, von Chablis im Norden bis zum Mâconnais im Süden. Mit rund 28 700 Hektaren Reben ist es klein neben Bordeaux, aber sehr vielfältig: 84 Appellationen an Hängen in 200 bis 500 Metern Höhe, in einem gemässigten Klima, das im Norden halbkontinental und im Süden schon mediterran getönt ist. Das Herz ist die Côte d’Or, ein schmales Band von Hügeln südlich von Dijon, geteilt in die Côte de Nuits, die Heimat der grossen Roten, und die Côte de Beaune, wo auch die grossen Weissen wachsen. Dazu kommen Chablis, die Côte Chalonnaise und das Mâconnais.
Hier zählt die Lage mehr als die Sorte. Pinot Noir und Chardonnay sind die beiden Edelsorten; Chardonnay belegt rund 57 Prozent der Fläche, Pinot Noir rund 34 Prozent, Aligoté rund 6 Prozent. Weiter südlich, im Mâconnais und im Beaujolais, übernimmt der Gamay die Rolle des Pinot Noir. Im Mittelalter bemerkten die Zisterziensermönche, dass benachbarte Parzellen dauerhaft verschiedene Weine geben; daraus entstanden die Climats, benannte Einzellagen, die 2015 ins UNESCO-Welterbe aufgenommen wurden. Das napoleonische Erbrecht zerstückelte die Güter später immer weiter, sodass sich viele Winzer dieselbe Lage teilen; der Clos de Vougeot mit rund 50 Hektaren hat über 70 Besitzer.
Die Hierarchie ist einfach und streng: je genauer die Herkunft, desto höher der Rang. Unten steht der regionale Bourgogne, darüber die Dorfappellationen wie Gevrey-Chambertin oder Meursault, dann die Premiers Crus, einzelne Lagen innerhalb eines Dorfes, und an der Spitze die 33 Grands Crus, die nur den Namen ihrer Lage tragen, etwa Chambertin, Romanée-Conti oder Montrachet. Insgesamt gibt es 84 Appellationen: 7 regionale, 44 Dörfer und 33 Grands Crus. In Chablis, ganz im Norden, bringt der Chardonnay auf Kalkböden voller fossiler Austernschalen schlanke, mineralische Weine hervor; Chablis hat sieben Grand-Cru-Lagen an einem einzigen Hang.
Roter Burgunder ist eher hell, mit Aromen von Kirsche, Himbeere, Unterholz und Gewürzen, feinem Tannin und frischer Säure; die weissen Weine der Region reichen von der Zitrusfrische des Chablis bis zur Fülle eines Meursault. Dazu passen die Gerichte der Region: Boeuf bourguignon, Coq au vin, Schnecken, Époisses und Gougères. Pinot Noir ist auch die meistangebaute Rebsorte der Schweiz, vom Wallis über die Bündner Herrschaft bis nach Schaffhausen. Wer Burgunder trinkt, hat also einen Massstab für die Blauburgunder vor der Haustür.