Weinregion
Languedoc-Roussillon
Frankreichs grösste Weinregion: rund 200 000 Hektaren am Mittelmeer, von Corbières und Faugères bis Picpoul de Pinet, Limoux und Banyuls.
- Rebfläche
- rund 200 000 Hektaren, etwa ein Viertel der französischen Rebfläche
- Wichtigste Sorten
- Rot: Syrah, Grenache, Carignan, Mourvèdre, Cinsault; weiss: Grenache Blanc, Vermentino, Picpoul, Chardonnay, Mauzac
- Klima und Böden
- heiss, trocken, mediterran; Tramontane und Cers; Schiefer, Kalk und Lehm-Kalk, Garrigue
- Typische Weine
- Corbières, Minervois, Saint-Chinian, Faugères, Pic Saint-Loup, Picpoul de Pinet, Blanquette de Limoux
- Süsse Spezialitäten
- Vins Doux Naturels des Roussillon: Banyuls, Maury, Rivesaltes
Das Languedoc-Roussillon ist mit rund 200 000 Hektaren die grösste Weinregion Frankreichs, etwa ein Viertel der gesamten Rebfläche des Landes. Es zieht sich als Bogen am Mittelmeer entlang, von Nîmes bis an die spanische Grenze am Fuss der Pyrenäen. Das Klima ist heiss, trocken und sonnig; Winde wie die Tramontane und der Cers halten die Reben gesund. Die Böden wechseln zwischen Schiefer, Kalk und Lehm-Kalk, und zwischen Küstenebenen, Garrigue-Hügeln und Berglagen entsteht eine grosse Vielfalt an Stilen.
Lange war das Languedoc vor allem ein Lieferant einfacher Alltagsweine. Nach der Reblauskrise im 19. Jahrhundert bepflanzte man die Ebenen mit ertragreichen Sorten wie Aramon und Carignan; in den 1970er-Jahren standen hier über 400 000 Hektaren. Danach ging die Fläche auf etwa die Hälfte zurück, durch staatlich geförderte Rodungen und weil Winzer die besten Hänge mit Syrah, Grenache und Mourvèdre neu bestockten. Neben den Genossenschaften arbeiten heute viele unabhängige Weingüter, und die Qualität hat sich stark verändert.
Die Roten beruhen meist auf Grenache, Syrah, Mourvèdre und Carignan; sie sind warm, würzig und fruchtig, mit Kräutern der Garrigue. Corbières, Minervois und Saint-Chinian sind die bekannten Namen; Faugères steht ganz auf Schiefer. Pic Saint-Loup, benannt nach einem 658 Meter hohen Berg nördlich von Montpellier, ist seit 2017 eine eigene Appellation mit rund 1 500 Hektaren; die Reben stehen zwischen Garrigue und Kalkfelsen, und es setzt auf Syrah, Grenache und Mourvèdre. Unter den Weissen fällt Picpoul de Pinet auf, ein salziger, frischer Wein allein aus Piquepoul Blanc, vom Étang de Thau, auf rund 1 400 Hektaren. Limoux, südlich von Carcassonne, macht Schaumweine: Die Blanquette de Limoux besteht zu mindestens 90 Prozent aus Mauzac und beansprucht, der älteste Schaumwein der Welt zu sein; die Überlieferung nennt Mönche und das Jahr 1531. Der Crémant de Limoux beruht auf Chardonnay und Chenin Blanc.
Im Roussillon entstehen die Vins Doux Naturels: Banyuls, Maury und Rivesaltes, Süssweine meist aus Grenache oder Muscat, deren Gärung durch Zugabe von Traubenbrand gestoppt wird. Daneben steht die IGP Pays d’Oc, deren Weine oft die Rebsorte auf dem Etikett nennen, von Chardonnay und Merlot bis Syrah.
Zu Tisch: Cassoulet aus Castelnaudary verlangt nach einem kräftigen Roten aus Corbières, Minervois oder Saint-Chinian, Picpoul de Pinet passt zu Austern und Muscheln, die Blanquette zum Aperitif, Banyuls zu dunkler Schokolade, Maury und Rivesaltes zu Blauschimmelkäse.