Weinregion
Rías Baixas
Rías Baixas in Galicien: Albariño vom Atlantik, auf Granit und unter Pergolen gezogen, ergibt frische, aromatische Weissweine mit viel Säure.
- Rebfläche
- gut 4 000 Hektaren in über 22 000 Parzellen, rund 5 000 Winzer
- Wichtigste Sorte
- Albariño, über 95 Prozent der Trauben; dazu Loureiro, Treixadura, Godello
- Boden und Klima
- fast nur Granit; atlantisch, rund 1 500 mm Regen im Jahr
- Subzonen
- Val do Salnés, O Rosal, Condado do Tea, Ribeira do Ulla, Soutomaior
- Status
- Denominación de Origen seit 1988
- Erziehung
- traditionell auf Pergolen
Die Rías Baixas liegen im Südwesten Galiciens, im Nordwesten Spaniens, und sind nach den tief ins Land greifenden Meeresbuchten benannt, den Rías. Fast alle Reben stehen in der Provinz Pontevedra, ein kleiner Teil in A Coruña. Fünf Subzonen bilden das Gebiet: das Val do Salnés an der Küste, Zentrum der Albariño-Tradition, O Rosal und Condado do Tea im Tal des Miño, des Grenzflusses zu Portugal, dazu Ribeira do Ulla und das kleine Soutomaior weiter nördlich.
Das Klima ist atlantisch: milde, sehr regenreiche Winter, im Jahresmittel rund 1 500 Millimeter Niederschlag, und massvoll warme Sommer. Der Boden besteht fast ausschliesslich aus Granit. Im Sommer fällt wenig Regen, und die rasch abtrocknenden, sandigen Böden können Trockenheit bringen. Die Reben werden traditionell auf Pergolen gezogen, hoch über dem Boden, was die Trauben vor der Feuchtigkeit des Bodens schützt; unter dem Laubdach wachsen oft Gemüse und andere Kulturen für den Eigenbedarf. Die Parzellen sind winzig: über 22 000 Parzellen auf gut 4 000 Hektaren, bewirtschaftet von rund 5 000 Winzern, die vieles von Hand erledigen.
Die Leitsorte ist der Albariño mit über 95 Prozent der Traubenproduktion. Er bringt viel Säure und ein ausgeprägtes Aroma mit: Zitrusfrüchte, Steinobst, weisse Blüten und eine leicht salzige Frische. Für Verschnitte verwendet man vor allem Loureiro, Treixadura und Godello. Der Loureiro, der an Lorbeer erinnert, prägt besonders die Verschnitte des O Rosal; die Treixadura hat ihre natürliche Heimat im Condado do Tea. Rote Sorten wie Caíño Tinto und Espadeiro spielen eine kleine, aber wachsende Rolle. In Nordportugal, am anderen Ufer des Miño, heisst die Rebe Alvarinho.
Wein wird hier seit rund 1 000 Jahren gemacht; Zisterziensermönche, so die Überlieferung, förderten den Weinbau seit dem 12. Jahrhundert, etwa im Kloster Armenteira. Nach der Enteignung der Klöster im 19. Jahrhundert ging der Weinbau weitgehend an die Landgüter des Adels über, die Pazos. Die Ursprungsbezeichnung entstand 1988, mit einem Vorläufer für den Albariño ab 1980. Das älteste gastronomische Fest Galiciens, die Fiesta del Vino Albariño in Cambados, wird seit 1953 gefeiert.
Der Wein ist hell, trocken und lebhaft, mit viel Säure. Wegen dieser Säure und Frische passt er zu Meeresfrüchten, Austern, Tintenfisch und gegrilltem Fisch, aber auch zu Eglifilets oder Felchen aus einem Schweizer See.