Weinregion

Rioja

Rioja ist Spaniens bekannteste Weinregion: Tempranillo am Ebro, die Reifestufen Crianza, Reserva und Gran Reserva und eine lange Tradition im Eichenfass.

Rebfläche
gut 66 000 Hektaren in drei Zonen: Rioja Alta, Alavesa und Oriental
Wichtigste Sorten
Tempranillo, dazu Garnacha, Graciano, Mazuelo; weiss vor allem Viura
Klima und Böden
atlantisch im Westen, mediterran im Osten; Kalk-Lehm-, Eisenton- und Schwemmböden
Status
Denominación de Origen Calificada (DOCa) seit 1991, die erste Spaniens
Reifestufen
Crianza (2 Jahre), Reserva (3), Gran Reserva (5), im 225-Liter-Fass
Wahrzeichen
Haro: das Bahnhofsviertel mit seiner Kellereiarchitektur

Die Rioja liegt im Norden Spaniens beiderseits des Ebro und umfasst gut 66 000 Hektaren Reben. Man unterscheidet drei Zonen. Die Rioja Alta im Westen ist mit rund 28 000 Hektaren die grösste; hier herrscht atlantisches Klima, und aus den höheren Lagen kommen frische Weine mit viel Säure und gutem Alterungspotenzial. Die Rioja Alavesa nördlich des Flusses liegt im Schutz der Sierra de Cantabria, ist kühler als die anderen Zonen und hat kalkreiche Lehmböden, die Weine mit Körper hervorbringen. Die Rioja Oriental im Osten, früher Rioja Baja genannt, steht unter mediterranem Einfluss und ist wärmer und trockener.

Die wichtigste Sorte ist der Tempranillo, der den grössten Teil der Rebfläche einnimmt. Dazu kommen die Garnacha mit ihrer Frische, der Graciano mit Farbe, Aroma und Säure und der Mazuelo, der für viel Tannin steht; insgesamt sind 14 rote und weisse Sorten zugelassen. Bei den Weissen führt seit Langem die Viura, die in Katalonien Macabeo heisst. Typisch für die Rioja ist der Verschnitt aus verschiedenen Sorten und Lagen, auch wenn Weine aus einer einzigen Lage wichtiger werden: Seit 2017 sind neben Zonen- und Gemeindeweinen auch Einzellagen unter dem Namen Viñedo Singular geregelt.

Berühmt ist die Rioja für die Reifestufen, die auf dem Etikett stehen. Ein Crianza ist mindestens zwei Jahre gereift, davon mindestens eines im Eichenfass. Ein Reserva braucht mindestens drei Jahre, mit mindestens einem Jahr im Fass und sechs Monaten in der Flasche. Ein Gran Reserva reift mindestens fünf Jahre, davon mindestens zwei im Fass und zwei in der Flasche. Das Fass ist die Barrique von 225 Litern. Lange galt amerikanische Eiche als Markenzeichen der Rioja, mit Noten von Vanille, Kokos und Dill; heute verwenden viele Kellereien auch französische Eiche, allein oder gemischt, die dezenter wirkt. Weisse und Roséweine folgen kürzeren Fristen.

Im Glas zeigt ein junger Rioja Kirschen und Erdbeeren, ein Crianza dazu Gewürze und Vanille, ein reifer Reserva oder Gran Reserva Leder, Tabak, getrocknete Früchte und weiches Tannin. Diese Weine sind eher elegant und säuregetragen als wuchtig. Sie passen zu Lamm, Schmorgerichten, Schinken und Hartkäse, ein junger Rioja auch zu Tapas. Spanien ist nach Italien und Frankreich zuletzt das drittwichtigste Herkunftsland der Rotweine, die in die Schweiz eingeführt werden, und die Rioja ist seine bekannteste Region.

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