Weinregion

Ribera del Duero

Ribera del Duero: Tinto Fino auf 720 bis über 1 000 Metern am Duero, extreme Temperaturen und dichte, kraftvolle Rotweine mit Fassausbau.

Rebfläche
über 26 000 Hektaren, gut 300 Kellereien
Wichtigste Sorte
Tempranillo (hier Tinto Fino), mindestens 75 Prozent im Rotwein; dazu Cabernet Sauvignon, Merlot, Malbec, Garnacha
Höhenlage
720 bis gut 1 000 Meter über Meer
Klima
kontinental und extrem: nur rund 450 mm Regen, Temperaturen von minus 20 bis über 40 Grad
Status
Denominación de Origen seit 1982
Bekannte Namen
Vega Sicilia bei Valbuena de Duero, Pesquera (gegründet 1972)

Die Ribera del Duero liegt auf der kastilischen Hochebene beiderseits des Flusses Duero, der in Portugal als Douro weiterfliesst und dort die Heimat des Portweins ist. Die Reben verteilen sich auf die Provinzen Burgos, Soria, Segovia und Valladolid; die meisten der über 100 Weinorte liegen in Burgos. Über 26 000 Hektaren werden von mehreren Tausend Winzern bewirtschaftet, dazu kommen gut 300 Kellereien. Das Gebiet ist seit 1982 eine Denominación de Origen und damit viel jünger als die Rioja, obwohl hier schon seit Jahrhunderten Wein gemacht wird.

Die Reben stehen auf 720 bis gut 1 000 Metern über Meer, auf lehmigen Sanden im Wechsel mit Kalkschichten. Das Klima ist kontinental und extrem: heisse, trockene Sommer, lange, strenge Winter, nur rund 450 Millimeter Regen im Jahr und Temperaturen, die von minus 20 bis über 40 Grad reichen. Gegen Ende des Sommers kühlen die Nächte stark ab, und die Trauben reifen langsam und spät. Die Beeren sind klein und dickschalig, die Erträge niedrig und meist deutlich unter den erlaubten 7 000 Kilo pro Hektare. Wie im Wallis, wo die Reben in Visperterminen bis auf rund 1 150 Meter steigen, prägen Höhe und Trockenheit den Charakter der Weine.

Die Hauptsorte ist der Tempranillo, hier Tinto Fino oder Tinta del País genannt; er muss mindestens 75 Prozent eines Rotweins ausmachen und liefert Farbe, Aroma und Körper. Ergänzt wird er mit Cabernet Sauvignon, Merlot, Malbec und Garnacha. Weisswein spielt eine Randrolle, die wichtigste zugelassene weisse Sorte ist die Albillo Mayor. Zu den bekanntesten Namen zählen Vega Sicilia bei Valbuena de Duero, das seit Langem Bordeaux-Sorten neben dem Tinto Fino pflanzt, und Pesquera, 1972 gegründet und aus reinem Tempranillo gekeltert.

Die Reifestufen entsprechen im Prinzip denen der Rioja, mit eigenen Fristen. Ein Crianza reift mindestens 24 Monate, davon mindestens 12 im Eichenfass, ein Reserva 36 Monate mit mindestens 12 Monaten im Fass, ein Gran Reserva 60 Monate mit mindestens 24 Monaten im Fass; die Fässer fassen höchstens 330 Liter. Im Glas sind die Weine dunkel und dicht, mit Brombeere, schwarzer Kirsche, Gewürzen, Röstnoten aus dem Fass und festem Tannin. Neben diesen kräftigen Klassikern entstehen heute frischere, weniger vom Holz geprägte Weine aus höheren Lagen. Zu den Weinen passen gegrilltes Fleisch, Lamm, Wild und kräftiger Hartkäse.

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