Weinregion

Piemont

Das Piemont ist die Heimat von Barolo und Barbaresco: Nebbiolo, Barbera, Dolcetto, Moscato und Gavi auf rund 44 000 Hektaren Hügelland.

Rebfläche
rund 44 000 Hektaren, vor allem Hügelland
Wichtigste Sorten
rot: Barbera, Nebbiolo, Dolcetto; weiss: Moscato, Cortese, Arneis
Appellationen
rund 60 DOC und DOCG, mehr als in jeder anderen Region Italiens
Klima
kontinental: Alpenbogen im Westen und Norden, Apennin im Süden, Herbstnebel, Reben meist auf 150 bis 500 Metern
Typische Weine
Barolo, Barbaresco, Barbera d’Asti, Gavi, Moscato d’Asti
Wahrzeichen
UNESCO-Welterbe seit 2014: die Weinbaulandschaft von Langhe-Roero und Monferrato

Das Piemont, auf Italienisch Piemonte, heisst wörtlich «am Fuss der Berge», und genau dort liegt es: im Nordwesten Italiens, umgeben vom Alpenbogen im Westen und Norden und vom Apennin im Süden. Im Norden grenzt es ans Wallis und ans Tessin, und über den Simplon führt die Strasse von Brig direkt nach Domodossola. Das Klima ist kontinental, mit kalten Wintern, warmen Sommern und dichtem Herbstnebel. Rund 44 000 Hektaren Reben wachsen meist an Hügeln zwischen 150 und 500 Metern. Mit rund 60 DOC- und DOCG-Weinen hat keine andere Region Italiens mehr geschützte Herkunftsbezeichnungen. Seit 2014 gehört die Weinbaulandschaft von Langhe-Roero und Monferrato zum UNESCO-Welterbe.

Berühmt ist das Piemont für den Nebbiolo, eine spät reifende Rebsorte, deren Name meist von nebbia, dem Nebel, abgeleitet wird. Aus ihm entstehen der Barolo und der Barbaresco, beide DOCG, hell in der Farbe, aber reich an Tannin und Säure, mit Aromen von Rosen, Kirschen, Teer und Trüffel. Der Barolo kommt aus elf Gemeinden südlich von Alba und muss mindestens 38 Monate reifen, davon 18 im Holz; die Riserva braucht 62 Monate. In den westlichen Lagen um La Morra und Barolo, auf jüngeren Mergelböden, sind die Weine weicher und duftiger, im Osten um Serralunga und Monforte, auf älteren, sandigeren Böden, fester und langlebiger. Der Barbaresco stammt aus der Gemeinde Barbaresco, aus Neive, Treiso und einem Teil von Alba; er muss mindestens 26 Monate reifen, davon neun im Holz, die Riserva 50 Monate, und gilt oft als etwas zugänglicher. Im Norden des Piemonts heisst der Nebbiolo Spanna und steht hinter Gattinara und Ghemme.

Die meistgepflanzte rote Sorte ist allerdings die Barbera: säurebetont, tanninarm, mit Kirschfrucht, ein Alltagswein, der als Barbera d’Asti, Barbera d’Alba oder Nizza auch grosse Qualität erreicht. Der Dolcetto, dessen Name «der kleine Süsse» bedeutet, ergibt trotzdem einen trockenen, weichen, fruchtigen Wein mit leicht bitterer Mandelnote.

Bei den Weissen steht der Moscato Bianco an der Spitze: Aus ihm entstehen der Asti, ein süsser Schaumwein, und der Moscato d’Asti, leicht moussierend und mit nur rund 5 Prozent Alkohol. Der Cortese bringt den frischen, trockenen Gavi hervor, der Arneis den Roero Arneis mit Birne und Mandel.

Zum Essen: Barolo zu Schmorbraten, Pilzen und altem Hartkäse, im Herbst zum weissen Trüffel aus Alba; Barbera zu Teigwaren, Salumi und Agnolotti; Dolcetto zu Antipasti; Gavi und Arneis zu Fisch, Gemüse und Vitello tonnato; Moscato d’Asti zu Haselnusskuchen oder Früchten.

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