Rebsorte

Malbec

Malbec: von Cahors, dem «schwarzen Wein», bis Mendoza. Herkunft, Abstammung, Anbau in Argentinien und Frankreich, Stil und passende Gerichte.

Farbe
Rot
Abstammung
Natürliche Kreuzung Prunelard × Magdeleine Noire des Charentes, Halbgeschwister von Merlot; Südwestfrankreich
Synonyme
Côt, in Cahors auch Auxerrois
Wichtige Anbaugebiete
Argentinien (rund 47 000 Hektaren, vor allem Mendoza), Frankreich (Cahors), Chile
Typische Aromen
Pflaume, Brombeere, Veilchen, Kakao, Erde
Klassisch dazu
Gegrilltes Rindfleisch, Asado, Entenconfit, Cassoulet

Malbec hat zwei Heimaten. Er stammt aus dem Südwesten Frankreichs, wo er Côt oder, in Cahors, Auxerrois heisst, und ist heute die Paradesorte Argentiniens. Seine Eltern sind Prunelard und die fast verschwundene Magdeleine Noire des Charentes, die auch ein Elternteil des Merlot ist; Malbec und Merlot sind also Halbgeschwister. Die grösste Malbec-Fläche der Welt liegt mit rund 47 000 Hektaren in Argentinien, Frankreich kommt nur auf einen Bruchteil davon. Sortenverzeichnisse wie das VIVC führen weit über hundert Synonyme auf; im Bordelais hiess er unter anderem Pressac.

Cahors am Fluss Lot ist seine alte Hochburg. Der Wein war schon im Mittelalter so dunkel, dass man vom «vin noir», vom schwarzen Wein, sprach. Die Appellation verlangt mindestens 70 % Malbec, den Rest bilden Merlot und Tannat. Cahors-Weine sind dicht, tanninreich und erdig, mit Pflaume, Brombeere und Veilchen, und brauchen Jahre. Typisch ist die fast undurchsichtige, violett schimmernde Farbe. Im Februar 1956 vernichtete ein Frost den grössten Teil der Reben; heute stehen dort gut 3 000 Hektaren, vorwiegend Malbec.

Nach Argentinien kam er Mitte des 19. Jahrhunderts: 1853 wurde in Mendoza eine Musterfarm mit Landwirtschaftsschule geplant, und der französische Agronom Michel Pouget, der sie aufbauen sollte, führte dort mehrere europäische Sorten ein, darunter Malbec. Der grösste Teil des argentinischen Malbec wächst in der Provinz Mendoza, am Fuss der Anden, in Luján de Cuyo und im Uco-Tal, auf 800 bis 1 500 Metern Höhe. 1962 war die Fläche mit gut 58 000 Hektaren sogar grösser als heute; bis 1995 schrumpfte sie auf unter 10 000, und erst später ebneten Qualität und Höhenlagen den Weg zum Weltruf. Intensive Sonne, trockene Luft und kühle Nächte ergeben dunkle, reife Weine mit weichen Tanninen und erhaltener Frische.

In Bordeaux war Malbec früher weit verbreitet; heute gehört er dort mit Petit Verdot und Carmenère zu den Nebensorten, die zusammen nur rund 2 % der roten Reben ausmachen. An der Loire, in der Touraine, wächst ein wenig Malbec unter dem Namen Côt. Die ganze Lektion steckt im Vergleich: Cahors fest, erdig und straff; Mendoza weich, saftig und grosszügig.

Bei Tisch passen gegrilltes Rindfleisch, Entrecôte und Asado, Lamm vom Grill, in Cahors Entenconfit und Cassoulet. Die Weine vertragen Röstaromen und Fett gut; auch ein reifer Hartkäse passt. Man serviert ihn bei 16 bis 18 Grad.

Quiz zu den Rebsorten

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