Weinregion

Mosel

Die Mosel: steile Schieferhänge, rund 8 300 Hektaren, Riesling auf über 60 Prozent der Fläche, dazu die Seitentäler Saar und Ruwer.

Rebfläche
rund 8 300 Hektaren, rund 90 Prozent weisse Sorten
Wichtigste Sorten
Riesling (über 60 Prozent), Müller-Thurgau, Elbling, Spätburgunder
Böden
Devonschiefer an Mittelmosel, Untermosel, Saar und Ruwer; Muschelkalk an der Obermosel
Typische Weine
Riesling von Kabinett bis Trockenbeerenauslese, Elbling
Wahrzeichen
Bremmer Calmont, gilt als steilster Weinberg Europas

Die Mosel entspringt in den Vogesen, fliesst durch Frankreich und Luxemburg und windet sich ab Perl in engen Schleifen durch das Schiefergebirge zwischen Eifel und Hunsrück bis nach Koblenz. Auf rund 8 300 Hektaren stehen hier Reben, dazu kommen die beiden Nebenflüsse Saar und Ruwer; bis 2007 hiess die Region deshalb Mosel-Saar-Ruwer. Sechs Bereiche gliedern das Gebiet, darunter Bernkastel an der Mittelmosel, Burg Cochem an der Untermosel, die Obermosel, die Saar und die Ruwer.

Das Gesicht der Mosel prägen die Steillagen. Viele Weinberge sind so steil, dass nur Handarbeit möglich ist; der Bremmer Calmont gilt als steilster Weinberg Europas. An Mittel- und Untermosel, an der Saar und an der Ruwer besteht der Boden aus Devonschiefer, einem dunklen Gestein, das tagsüber Wärme speichert und nachts abgibt. Die steilen Südhänge, der Schiefer und das Licht, das der Fluss zurückwirft, bringen den Riesling in diesem kühlen Klima zuverlässig zur Reife. An der Obermosel herrscht dagegen Muschelkalk, und dort wächst der Elbling, eine sehr alte Sorte für frische, leichte Weine und Sekt.

Gut 60 Prozent der Fläche tragen Riesling, danach folgen Müller-Thurgau, Elbling und Spätburgunder (Pinot Noir). Der Mosel-Riesling ist leicht, rassig und fruchtig, mit Aromen von grünem Apfel, Pfirsich und Zitrus, oft einer rauchig-steinigen Note und einer lebhaften Säure. Ein fruchtsüsser Kabinett kommt häufig mit nur 7 bis 9 Prozent Alkohol aus. Das deutsche Prädikatssystem misst die Reife der Trauben bei der Lese: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Eiswein, Trockenbeerenauslese. Es sagt also, wie reif die Trauben waren, nicht, wie süss der Wein am Ende ist; Kabinett, Spätlese und Auslese gibt es auch trocken.

Die Römer brachten den Weinbau in grossem Stil an die Mosel. In Neumagen fand man 1878 das Relief eines Weinschiffs von etwa 220 n. Chr., und im 4. Jahrhundert besang der Dichter Ausonius in seiner «Mosella» die Rebhänge. Als Spitzenlagen gelten heute etwa die Wehlener Sonnenuhr und der Bernkasteler Doctor an der Mittelmosel, der Scharzhofberg an der Saar und Maximin Grünhaus an der Ruwer. Aus Schweizer Sicht erinnern die Terrassen an das Wallis und das Lavaux; echter Riesling ist in der Schweiz mit weniger als 30 Hektaren eine Rarität, denn der «Riesling-Silvaner» ist ein Müller-Thurgau.

Zum Essen: ein trockener oder feinherber Riesling zu Fisch wie Forelle oder Felchen, ein Kabinett zu Spargel und Sushi, ein feinherber Riesling zu scharfer asiatischer Küche, weil ein Hauch Süsse die Schärfe dämpft, eine Spätlese zu Geflügel und Fruchtdesserts, eine Auslese zu Blauschimmelkäse.

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