Weinregion
Venetien
Venetien liefert gut ein Fünftel des italienischen Weins: Prosecco, Amarone, Valpolicella, Soave und Bardolino zwischen Gardasee und Adria.
- Rebfläche
- rund 100 000 Hektaren, gut ein Fünftel der italienischen Weinmenge
- Wichtigste Sorten
- weiss: Glera, Garganega, Pinot Grigio; rot: Corvina, Corvinone, Rondinella, Merlot
- Appellationen
- 14 DOCG und rund 30 DOC
- Typische Weine
- Prosecco, Amarone, Valpolicella Ripasso, Soave, Bardolino
- Besonderheit
- Appassimento: Die Trauben für den Amarone trocknen rund 100 bis 120 Tage
- Wahrzeichen
- die Prosecco-Hügel von Conegliano und Valdobbiadene, UNESCO-Welterbe seit 2019
Venetien im Nordosten Italiens reicht vom Gardasee im Westen über Verona, Vicenza und Treviso bis zur Adria bei Venedig und im Norden hinauf zu den Dolomiten. Mit rund 100 000 Hektaren Reben liefert es gut ein Fünftel des italienischen Weins und ist in den meisten Jahren die Region mit der grössten Produktion. Die Bandbreite ist gewaltig: vom einfachen Alltagswein bis zu Weinen von Weltruf. Die Region zählt 14 DOCG und rund 30 DOC.
Am bekanntesten ist der Prosecco. Die Rebsorte heisst seit 2009 Glera; Prosecco ist nur noch die geschützte Herkunftsbezeichnung, benannt nach einem Dorf bei Triest. Das DOC-Gebiet umfasst neun Provinzen in Venetien und Friaul-Julisch Venetien, und jedes Jahr kommen rund 600 Millionen Flaschen auf den Markt. Der Schaumwein entsteht nach der Charmat-Martinotti-Methode im Drucktank, was Frische und Frucht bewahrt: Apfel, Birne, weisse Blüten. Die besten Lagen liegen in den steilen Hügeln zwischen Conegliano und Valdobbiadene, rund 50 Kilometer nördlich von Venedig: 15 Gemeinden, Reben auf grasbewachsenen Terrassen, seit 2019 UNESCO-Welterbe. Rund drei Fünftel des in die Schweiz importierten Schaumweins stammen aus Italien, ein grosser Teil davon ist Prosecco.
Nordwestlich von Verona liegt das Valpolicella. Aus Corvina, Corvinone und Rondinella entsteht ein leichter, kirschfruchtiger Valpolicella; der Ripasso, der nochmals über den Trestern des Amarone vergoren wird, hat mehr Körper. Für den Amarone della Valpolicella, ebenfalls DOCG, trocknen die Trauben rund 100 bis 120 Tage auf Gestellen (Appassimento), ihr Zucker konzentriert sich, und der Wein wird trocken ausgebaut: mächtig, mit meist 15 bis 16 Prozent Alkohol und Aromen von Trockenfrüchten, Kirschen und Schokolade. Süss bleibt der Recioto, die ältere Spezialität der Gegend.
Östlich von Verona wächst die Garganega, die Rebsorte des Soave, der mindestens 70 Prozent davon enthalten muss. Das Herz des Gebiets ist die Classico-Zone um Soave und Monteforte d’Alpone, wo vulkanische Böden den Weinen eine straffe, mineralische Note geben; dazu kommen Düfte von Mandeln und weissen Blüten. Am Ostufer des Gardasees wächst der Bardolino, ein leichter Roter, vor allem aus Corvina.
Zum Essen: Prosecco zum Apéro, zu Fisch und Meeresfrüchten; Soave zu Spargelrisotto und Fisch aus der Lagune; Valpolicella zu Pasta und Gegrilltem; Amarone zu Schmorbraten, Wild und gereiftem Käse.