Weinregion
Schaffhausen
Schaffhausen, das Blauburgunderland: rund 470 Hektaren im Klettgau und am Rhein, mit Hallau, der grössten Weinbaugemeinde der Deutschschweiz.
- Rebfläche
- rund 470 Hektaren, die zweitgrösste der Deutschschweiz
- Wichtigste Sorten
- Blauburgunder (rund 60 Prozent), Riesling-Silvaner (rund 15 Prozent), Chardonnay, Pinot Gris
- Böden und Klima
- tiefgründiger Kalklehm im Klettgau, Kies und Molasse am Rhein; rund 900 mm Regen, trocken im Herbst
- Typische Weine
- Hallauer Blauburgunder, Riesling-Silvaner, Spätlese aus Pinot Noir
- Wahrzeichen
- Hallau mit rund 150 Hektaren, die grösste zusammenhängende Rebfläche der Deutschschweiz
Schaffhausen nennt sich Blauburgunderland, und der Name ist Programm: Rund 60 Prozent der rund 470 Hektaren Reben im nördlichsten Kanton der Schweiz sind mit Pinot Noir bestockt, der hier Blauburgunder heisst. Gut zwei Drittel der Fläche sind rot. Der Kanton liegt fast ganz auf der rechten Rheinseite, eingebettet zwischen Schwarzwald und Hegau, und profitiert von einem vergleichsweise milden, mit rund 900 Millimetern Niederschlag massvollen Klima; im Regenschatten des Schwarzwaldes bleiben Sommer und Herbst meist trocken, was dem spätreifen Pinot Noir entgegenkommt.
Das Weinbaugebiet gliedert sich in vier Teile. Der Klettgau im Westen ist mit rund 390 Hektaren das Herz des Kantons: Am Südfuss des Randens zieht sich der Rebhang von Gächlingen über Oberhallau und Hallau bis Trasadingen, dazu kommen Wilchingen, Osterfingen und Siblingen. Hallau allein bewirtschaftet rund 150 Hektaren, die grösste zusammenhängende Rebfläche der Deutschschweiz, und gilt als deren grösste Weinbaugemeinde; die Bergkirche über den Reben ist das Wahrzeichen des Dorfes. Die tiefgründigen Kalklehmböden des Klettgaus geben dem Blauburgunder Körper und Wärme. Die Stadt Schaffhausen mit ihrem Munot und das Reiat um Thayngen kommen auf rund 28 Hektaren mit leichteren Kies- und Sandböden, Stein am Rhein auf rund 32 Hektaren am Wolkenstein-Hang, Buchberg und Rüdlingen im Süden auf rund 33 Hektaren auf Molasse und Mergel.
Bei den Weissen führt der Riesling-Silvaner mit rund 15 Prozent, es folgen Chardonnay, Pinot Gris, Sauvignon Blanc und pilzwiderstandsfähige Sorten wie Regent oder Muscaris. Der Blauburgunder wird vom leichten Federweisser und Süssdruck über den klassischen Hallauer bis zur Spätlese ausgebaut, die mindestens zehn Tage nach Beginn der Hauptlese geerntet und oft im Holz gereift wird.
Der Weinbau ist alt: Schon um 1100 besass das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen Rebberge in Hallau, und im späten Mittelalter war die Stadt am Rheinfall ein Zentrum des ostschweizerischen Weinhandels. Wie überall in der Deutschschweiz schrumpfte die Fläche im 20. Jahrhundert, doch Schaffhausen hat sich seit den 1990er-Jahren mit tiefen Erträgen und Barrique-Ausbau einen Ruf für seriöse Pinot Noirs erarbeitet; die Weinbaugenossenschaften, allen voran in Hallau, spielen dabei weiterhin eine grosse Rolle.
Zum Trinken: ein Hallauer Blauburgunder zur Schaffhauser Bölletünne, der Zwiebelwähe, ein Riesling-Silvaner zu Fischknusperli vom Rhein, eine Spätlese zu Schweinsbraten, ein Süssdruck zum Apéro im Klettgau.