Weinregion
Loire
Frankreichs Garten: Muscadet, Sancerre, Vouvray und Chinon, Chenin, Sauvignon und Cabernet Franc auf über 50 000 Hektaren am längsten Fluss des Landes.
- Rebfläche
- über 50 000 Hektaren am längsten Fluss Frankreichs, der rund 1 000 Kilometer misst
- Teilregionen
- Pays Nantais, Anjou-Saumur, Touraine, Centre (Sancerre, Pouilly-Fumé)
- Wichtigste Sorten
- Weiss: Chenin Blanc, Sauvignon Blanc, Melon de Bourgogne; rot: Cabernet Franc, Gamay, Pinot Noir
- Klima
- kühl: im Westen atlantisch, flussaufwärts kontinentaler; Kalk, Feuerstein und Schiefer
- Typische Weine
- Muscadet, Sancerre, Pouilly-Fumé, Vouvray, Savennières, Chinon, Crémant de Loire
- Wahrzeichen
- das Loiretal zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes, UNESCO-Welterbe seit 2000
Die Loire ist mit rund 1 000 Kilometern der längste Fluss Frankreichs, und ihre Reben begleiten sie von der Atlantikküste bei Nantes bis tief ins Landesinnere. Über 50 000 Hektaren verteilen sich auf vier Zonen: das Pays Nantais an der Mündung, Anjou und Saumur, die Touraine und das Centre mit Sancerre und Pouilly-Fumé. Fast jeder Stil kommt vor: trocken, süss, schäumend, weiss, rot und rosé. Das Klima ist kühl, im Westen vom Atlantik gemildert, flussaufwärts kontinentaler; die Weine leben deshalb von Frische und Säure, und die Jahrgänge unterscheiden sich spürbar. Das Tal zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes mit seinen Schlössern ist seit 2000 UNESCO-Welterbe.
An der Mündung wächst der Melon de Bourgogne, die einzige Sorte des Muscadet: ein trockener, schlanker, salziger Weisswein, oft «sur lie» auf der Hefe gereift. Im Herzen des Tals regiert der Chenin Blanc, eine der vielseitigsten Trauben Frankreichs: trocken, halbtrocken, süss oder als Schaumwein, in Vouvray, Montlouis, Savennières, das nur rund 165 Hektaren umfasst, und an den Hängen des Layon. Im Osten, im Centre, steht der Sauvignon Blanc: Sancerre und, am gegenüberliegenden Ufer, Pouilly-Fumé liefern rassige Weisse auf Kalk und Feuerstein mit Stachelbeere, Zitrus und rauchiger Note. Sancerre bedeckt rund 3 000 Hektaren, Pouilly-Fumé rund 1 400.
Die Roten stammen vor allem vom Cabernet Franc: Chinon, Bourgueil und Saumur-Champigny geben duftige Weine mit Himbeere, Kräutern und frischen Tanninen, die jung und leicht gekühlt am besten schmecken. In Sancerre wächst auch Pinot Noir, in der Touraine Gamay, und mehrere Sorten bilden den Crémant de Loire, einen Schaumwein nach der traditionellen Flaschengärung, der allein rund 3 500 Hektaren belegt. In guten Herbsten bringt die Edelfäule am Layon süsse Chenin-Weine hervor, etwa Coteaux du Layon, Bonnezeaux und Quarts de Chaume, Letzterer auf nur wenigen Dutzend Hektaren.
Ein Seitenblick in die Schweiz: In Pouilly-sur-Loire, dem Ort des Pouilly-Fumé, gibt es daneben eine kleine Appellation für Chasselas, die Traube der Waadt; sie umfasst nur noch rund 25 Hektaren. Die Appellationsnamen der Loire sind zahlreich, verraten aber meist die Sorte: Muscadet ist Melon, Pouilly-Fumé ist Sauvignon, Vouvray ist Chenin, Chinon ist Cabernet Franc.
Zu Tisch: Muscadet zu Austern, Meeresfrüchten und Fisch, Sancerre zu frischem Ziegenkäse wie dem Crottin de Chavignol, trockener Vouvray zu Fisch in Rahmsauce und Geflügel, Chinon zu Rillettes, Wurstwaren und Grilladen, die süssen Chenin-Weine vom Layon zu Blauschimmelkäse oder Früchtekuchen.