Weinregion
Burgenland
Das Burgenland: rund 11 500 Hektaren rund um den Neusiedlersee, Blaufränkisch, Zweigelt und St. Laurent, Süssweine aus Rust und Illmitz, Leithaberg DAC.
- Rebfläche
- rund 11 500 Hektaren, gut ein Viertel der österreichischen Rebfläche
- Wichtigste Sorten
- Zweigelt, Blaufränkisch, St. Laurent; dazu Weissburgunder und Chardonnay
- Klima
- pannonisch, warm und trocken; der flache Neusiedlersee begünstigt die Edelfäule
- Typische Weine
- Blaufränkisch, Zweigelt, Leithaberg, Ruster Ausbruch, Beerenauslese
- Wahrzeichen
- Neusiedlersee, seit 2001 UNESCO-Welterbe gemeinsam mit Ungarn
Das Burgenland, das östlichste Bundesland Österreichs, gehört erst seit 1921 zu Österreich; vorher war es Teil Ungarns. Mit rund 11 500 Hektaren trägt es gut ein Viertel der österreichischen Rebfläche und ist nach Niederösterreich mit rund 26 700 Hektaren das zweitgrösste Weinbauland. Das Klima ist pannonisch, warm und trocken, und prägend ist der Neusiedlersee: ein flacher Steppensee an der ungarischen Grenze, höchstens rund 1,8 Meter tief, der seit 2001 gemeinsam mit der angrenzenden ungarischen Landschaft zum UNESCO-Welterbe gehört.
Rund um den See entstehen die berühmtesten Süssweine Österreichs. Weil der See so flach ist, bildet sich in vielen Herbsten Edelfäule. Das Städtchen Rust am Westufer wurde 1681 königliche Freistadt; der Ruster Ausbruch, ein edelsüsser Wein aus typischerweise edelfaulen, eingetrockneten Trauben mit mindestens 30 Grad KMW, dem Niveau einer Trockenbeerenauslese, ist seit 2020 eine eigene DAC. Am Ostufer, etwa um Illmitz, entstehen ebenfalls Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen. Aus Schweizer Sicht erinnert daran der Walliser Flétri, ein Süsswein aus am Stock eingetrockneten Trauben.
Das Burgenland ist das Rotweinland Österreichs. Der Zweigelt, 1922 in Klosterneuburg von Fritz Zweigelt aus Blaufränkisch und St. Laurent gekreuzt, ist die meistangebaute rote Sorte Österreichs: fruchtig, mit Kirsche und Pfeffer, saftig und unkompliziert. Der Blaufränkisch gilt als die ernsthaftere Sorte: dunkle Frucht, Würze, Pfeffer, lebhafte Säure und festes Tannin. Er ist im Mittelburgenland zu Hause, dem «Blaufränkischland», das seit dem Jahrgang 2005 eine DAC ist, und am Eisenberg im Süden. In Württemberg heisst er Lemberger, in Ungarn Kékfrankos. Der St. Laurent, mit dem Pinot Noir verwandt, ist heikel, kann aber seidig und kirschfruchtig werden.
Das Burgenland kennt mehrere DAC: Neusiedlersee für Zweigelt-Rotweine und für Süssweine; Leithaberg an den Hängen des Leithagebirges nordwestlich des Sees für Blaufränkisch und für Weisse aus Weissburgunder, Chardonnay, Neuburger oder Grünem Veltliner; Mittelburgenland und Eisenberg vor allem für Blaufränkisch, Rosalia für Blaufränkisch und Zweigelt, und schliesslich der Ruster Ausbruch.
Zum Essen: Zweigelt zu Wiener Schnitzel, Gulasch und Grillgut, Blaufränkisch zu Rind, Lamm und Wild, im November zur Martinigans, einem Brauch rund um den Landespatron Martin; ein weisser Leithaberg zu Spargel, ein Ausbruch oder eine Beerenauslese zu Blauschimmelkäse oder Mohnstrudel.