Weinregion

Südtirol

Südtirol, Italiens nördlichstes Weinbaugebiet: Weissburgunder, Gewürztraminer aus Tramin, Vernatsch und Lagrein auf 200 bis 1 000 Metern.

Rebfläche
rund 5 800 Hektaren, bewirtschaftet von rund 4 800 Weinbauern
Wichtigste Sorten
weiss: Weissburgunder, Ruländer, Gewürztraminer, Chardonnay, Sauvignon; rot: Vernatsch, Lagrein, Blauburgunder
Weiss und Rot
gut zwei Drittel Weisswein, knapp ein Drittel Rotwein; 97 Prozent der Fläche unter DOC
Klima
alpin-mediterran; Reben auf 200 bis 1 000 Metern, Eisacktal und Vinschgau sind rauer
Typische Weine
Weissburgunder aus Terlan, Gewürztraminer aus Tramin, Lagrein aus Bozen, Kalterersee, St. Magdalener
Wahrzeichen
Tramin (Termeno), das Weindorf, dem der Gewürztraminer seinen Namen verdankt

Südtirol ist das nördlichste Weinbaugebiet Italiens und bildet zusammen mit dem Trentino die Region Trentino-Südtirol. Die Mehrheit der Bevölkerung spricht Deutsch, die Weine tragen oft deutsche Namen, und im Westen grenzt das Land an den Schweizer Kanton Graubünden. Die rund 5 800 Hektaren Reben liegen im Etschtal von Meran über Bozen bis Salurn, dazu im Eisacktal bei Brixen und im Vinschgau. Zwischen 200 und 1 000 Metern verbinden sich alpine Höhe und mediterrane Wärme; Etschtal und Bozner Talkessel sind mild, Eisacktal und Vinschgau rauer. Gut zwei Drittel der Fläche sind weiss bepflanzt, 97 Prozent stehen unter DOC-Schutz. Rund 4 800 Weinbauern bewirtschaften meist kleine Parzellen, und rund 70 Prozent des Weins kommen aus Genossenschaftskellereien.

Bei den Weissen führen Weissburgunder (Pinot Bianco), Ruländer (Pinot Grigio), Chardonnay und Sauvignon. Terlan ist für seinen Weissburgunder bekannt. Der Gewürztraminer verdankt seinen Namen dem Weindorf Tramin (Termeno): ein kräftiger, duftender Wein mit Rosen, Litschi und Gewürznoten. Im raueren Eisacktal entstehen frische, würzige Weissweine aus Silvaner, Müller-Thurgau, Kerner oder Grünem Veltliner; im kleinen Vinschgau sind vor allem Riesling und Weissburgunder wichtig.

Bei den Roten ist der Vernatsch (italienisch Schiava) die traditionelle Sorte: hell, fruchtig, mit Erdbeeren und einer leicht bitteren Mandelnote, als Kalterersee oder St. Magdalener. Der Lagrein ist die dunkle, kräftige Spezialität aus der Gegend von Bozen: tiefe Farbe, Brombeere, Veilchen, festes Tannin; sein bekanntestes Anbaugebiet ist der Bozner Stadtteil Gries. Der Blauburgunder, so heisst der Pinot Noir hier wie in der Deutschschweiz, wächst in den kühleren Höhenlagen; Merlot und Cabernet stehen in den warmen Lagen.

Eine Schweizer Verbindung liegt in Bozen selbst: In Gries lebt seit 1845 die Benediktinerabtei Muri-Gries. Ihre Mönche stammen aus dem Kloster Muri im Aargau, das der Kanton 1841 aufgehoben hatte; die Abtei besitzt bis heute Reben und eine Kellerei, die vor allem für ihren Lagrein bekannt ist. Im Süden schliesst das Trentino an, mit gut 10 000 Hektaren: Chardonnay, Teroldego Rotaliano aus der Ebene Campo Rotaliano und der Trentodoc, seit 1993 eine DOC, die allein dem Schaumwein nach klassischer Flaschengärung vorbehalten ist.

Zum Essen: Vernatsch zu Südtiroler Speck und Käse, im Herbst zum Törggelen mit Kastanien; Lagrein zu Gulasch, Wild und gereiftem Käse; Weissburgunder zu Spargel und Fisch; Gewürztraminer zu würzigen Gerichten und Blauschimmelkäse.

Quiz: Italien

Sprachen: Français · Italiano · English