Weinregion

Beaujolais

Beaujolais: rund 13 500 Hektaren Gamay nördlich von Lyon, zehn Crus wie Fleurie und Morgon, Granitböden und der Primeur Beaujolais Nouveau.

Rebfläche
rund 13 500 Hektaren auf einem rund 55 Kilometer langen Hügelzug
Wichtigste Sorten
Gamay (rund 97 Prozent); Chardonnay für den kleinen Anteil Weisswein
Böden
über 300 kartierte Böden; Granit im Norden, mehr Ton und Kalk im Süden
Typische Weine
Beaujolais Nouveau, Beaujolais-Villages, Fleurie, Morgon, Moulin-à-Vent
Jahresritual
Beaujolais Nouveau: Freigabe am dritten Donnerstag im November

Das Beaujolais liegt nördlich von Lyon auf einem rund 55 Kilometer langen Hügelzug zwischen den Ausläufern des Zentralmassivs im Westen und der Saône-Ebene im Osten. Es wird oft zum Burgund gerechnet, liegt aber grösstenteils im Département Rhône, näher bei Lyon als bei Dijon, und hat sein eigenes Gesicht: rund 13 500 Hektaren, fast ausschliesslich mit einer einzigen Sorte bestockt, dem Gamay. Die Böden sind aussergewöhnlich vielfältig; über 300 sind kartiert, und der Granit im Norden, wo die zehn Crus liegen, prägt die Weine am stärksten.

Gamay, genauer Gamay Noir à Jus Blanc, ist eine natürliche Kreuzung aus Pinot und Gouais Blanc und damit ein Geschwister des Chardonnay. Herzog Philipp der Kühne verbot ihn 1395 im Burgund zugunsten des Pinot Noir; die Sorte fand weiter südlich ihre Heimat, und im Beaujolais steht heute die Hälfte der weltweiten Gamay-Fläche. Typisch ist die halbe Kohlensäuremaischung: Ganze Trauben beginnen im Inneren der Beeren zu gären, was viel Frucht, weiche Tannine und Aromen von Kirsche, Himbeere und, in ganz jungen Weinen, von Bonbon und Banane ergibt.

Die Appellationen bilden eine Treppe. Beaujolais und Beaujolais-Villages sind die regionalen Appellationen, eher im Süden gelegen; der Beaujolais allein umfasst rund 3 900 Hektaren, und der Beaujolais Nouveau, der jedes Jahr am dritten Donnerstag im November freigegeben wird, macht mehr als ein Fünftel der Produktion der Region aus. Darüber stehen die zehn Crus, die nur aus Gamay entstehen und allein ihren Namen tragen: Saint-Amour, Juliénas, Chénas, Moulin-à-Vent, Fleurie, Chiroubles, Morgon, Régnié, Brouilly und Côte de Brouilly. Fleurie gilt als duftig und zart, Morgon als kräftig und fleischig, Moulin-à-Vent als der strukturierteste und langlebigste; nach einigen Jahren kann er an einen Burgunder erinnern.

Bei Tisch ist Beaujolais ein Wein zum Essen, am besten leicht gekühlt serviert, bei etwa 13 bis 15 Grad: Charcuterie, Terrinen, Geflügel, Andouillette und milde Weichkäse; die kräftigeren Crus passen zu Geschmortem. Der seltene weisse Beaujolais aus Chardonnay ist füllig und fruchtig, mit Pfirsich und Aprikose, und passt zu Fisch und Geflügel. Der Schweizer Bezug ist eng: Gamay gehört zu den wichtigsten roten Sorten der Schweiz, mit der grössten Fläche im Wallis, wo er zusammen mit Pinot Noir die Dôle bildet, und ist in Genf die wichtigste rote Sorte. Wer Beaujolais mag, findet in Genf, in der Waadt und im Wallis sein Schweizer Gegenstück.

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