Weinregion
Wallis
Das Wallis ist die grösste Weinregion der Schweiz: rund 4 600 Hektaren Reben im sonnigen Rhonetal, Fendant, Dôle, Petite Arvine, Cornalin und Heida.
- Rebfläche
- rund 4 600 Hektaren, knapp ein Drittel der Schweiz
- Wichtigste Sorten
- Pinot Noir, Chasselas (Fendant), Gamay; dazu Petite Arvine, Cornalin, Humagne Rouge, Heida
- Klima
- trocken und sonnig: rund 600 mm Regen, über 2 000 Sonnenstunden, Föhn
- Typische Weine
- Fendant, Dôle, Petite Arvine, Cornalin, Heida
- Wahrzeichen
- Visperterminen: Reben bis auf rund 1 150 Meter, zu den höchsten Europas
Das Wallis ist mit rund 4 600 Hektaren Reben der grösste Weinbaukanton der Schweiz; knapp ein Drittel der Schweizer Rebfläche liegt hier. Die Reben begleiten die Rhone von Visp über Sierre, Sion und Martigny bis zum Genfersee, meist an den steilen, nach Süden gerichteten Hängen des rechten Ufers, oft auf Terrassen mit Trockenmauern. Die Berge schirmen das Tal ab: Mit nur rund 600 Millimetern Niederschlag und über 2 000 Sonnenstunden im Jahr ist es eines der trockensten und sonnigsten Gebiete des Landes. Die jahrhundertealten Suonen, die Bisses, leiten Wasser aus den Seitentälern zu den Reben, und der warme Föhn hilft im Herbst, auch späte Sorten reif zu bringen. In Visperterminen bei Visp wachsen Reben bis auf rund 1 150 Meter, so hoch wie fast nirgends sonst in Europa.
Gut die Hälfte der Fläche steht in roten Sorten. Der Pinot Noir ist mit gut einem Viertel die wichtigste Traube, es folgen der Chasselas mit rund 16 Prozent und der Gamay mit rund einem Zehntel. Aus Chasselas entsteht der Fendant, ein leichter, oft leicht perlender Weisswein, dessen Name im Wallis geschützt ist. Die Dôle ist die klassische rote Assemblage: Pinot Noir und Gamay müssen zusammen mindestens 51 Prozent ausmachen, der Pinot Noir überwiegt, und seit 2021 dürfen weitere rote Sorten ergänzen. Daneben wachsen im Wallis rund 55 Rebsorten, mehr als in jeder anderen Region.
Berühmt ist das Wallis für seine Spezialitäten. Die Petite Arvine, die bekannteste einheimische Weisstraube, gibt einen rassigen Wein mit Grapefruit und einer salzigen Note; Fully gilt als ihre Hochburg. Die Amigne ist in Vétroz zu Hause, der Heida, ein Savagnin, in Visperterminen, und aus Silvaner entsteht der Johannisberg. Bei den Roten stehen der Cornalin, ein spätreifer, kirschfruchtiger Wein mit festem Tannin, und die Humagne Rouge, würzig und wild, für die alten Walliser Sorten; die Syrah hat sich im warmen Rhonetal ebenfalls bewährt. Der Anteil der Spezialitäten ist in den letzten Jahrzehnten von rund 15 auf rund 35 Prozent der Fläche gestiegen, vor allem weil die heimischen Sorten gezielt zurückgeholt wurden.
Das Wallis kennt eine einzige kantonale Ursprungsbezeichnung, die AOC Valais, ergänzt durch kommunale Grands Crus mit strengeren Regeln. Aus überreifen, am Stock eingetrockneten Trauben entstehen zudem die Süssweine, die als Flétri oder Mitis bezeichnet werden, meist aus Amigne, Petite Arvine oder Ermitage, wie die Marsanne hier heisst.
Zum Trinken: Fendant zu Raclette und Fondue, Petite Arvine zu Fisch und Spargel, Heida zu Alpkäse, Cornalin, Humagne Rouge und Syrah zu Wild und Bündnerfleisch, Dôle zu Walliser Teller. Ein Flétri passt zu Blauschimmelkäse oder einfach zum Nachtisch.