Weinregion

Champagne

Champagne: rund 34 200 Hektaren im Nordosten Frankreichs, Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier, Kreideböden, zweite Gärung in der Flasche.

Rebfläche
rund 34 200 Hektaren in rund 280 000 Parzellen
Wichtigste Sorten
Pinot Noir (rund 38 Prozent), Chardonnay und Pinot Meunier (je rund 31 Prozent)
Klima und Böden
kühl, am nördlichen Rand des Weinbaus; Kreide im Untergrund
Typische Weine
Brut ohne Jahrgang, Jahrgangschampagner, Blanc de Blancs, Blanc de Noirs, Rosé
Wahrzeichen
Hänge, Häuser und Keller der Champagne, seit 2015 UNESCO-Welterbe

Die Champagne liegt im Nordosten Frankreichs, am nördlichen Rand des Weinbaus, und zählt rund 34 200 Hektaren Reben, verteilt auf rund 280 000 Parzellen und bewirtschaftet von rund 16 000 Winzern. Das kühle Klima liefert Trauben mit hoher Säure und moderatem Zucker, die ideale Grundlage für Schaumwein, und der Untergrund aus Kreide speichert Wasser. Die Anbaugebiete sind die Montagne de Reims, die Vallée de la Marne, die Côte des Blancs und im Süden, im Département Aube, die Côte des Bar. Von den 319 Dörfern sind 17 als Grand Cru eingestuft.

Drei Sorten bedecken praktisch die ganze Fläche: Pinot Noir mit rund 38 Prozent, Chardonnay und Pinot Meunier mit je rund 31 Prozent; vier weitere alte Sorten, Arbane, Petit Meslier, Pinot Blanc und Pinot Gris, sind zugelassen, aber selten. Pinot Noir bringt Kraft und Körper, Chardonnay Frische und Eleganz, Meunier Frucht und frühe Zugänglichkeit. Gelesen wird von Hand. Aus dem gepressten Saft entsteht zuerst ein stiller, herber Grundwein; mehrere Jahrgänge und Lagen werden zur Cuvée gemischt, damit der Stil eines Hauses von Jahr zu Jahr gleich bleibt.

Das Besondere ist die Methode. Dem Grundwein werden Hefe und Zucker zugesetzt, dann gärt er ein zweites Mal in der Flasche, wo die Kohlensäure eingeschlossen bleibt und der Druck auf rund 6 bar steigt. Champagner ohne Jahrgang muss mindestens 15 Monate lagern, Jahrgangschampagner mindestens 36; viele Häuser lassen ihn deutlich länger auf der Hefe, was ihm Brioche- und Nussnoten gibt. Danach wird die Hefe durch das Degorgieren entfernt, und die Dosage bestimmt die Süsse: Ein Brut hat weniger als 12 Gramm Zucker pro Liter. Blanc de Blancs besteht aus Chardonnay allein, Blanc de Noirs aus roten Sorten; Rosé entsteht meist durch Zugabe von etwas Rotwein.

Die Branche ist zweigeteilt: Die Winzer bewirtschaften rund 90 Prozent der Reben, doch die rund 370 Champagnerhäuser liefern mehr als zwei Drittel der Flaschen. Der Name ist streng geschützt, bis in die Schweiz: Das Waadtländer Dorf Champagne zwischen Neuenburgersee und Jurahängen darf seinen Weisswein wegen der Abkommen mit der EU nicht mehr unter dem Namen Champagne verkaufen. Bei Tisch ist Champagner mehr als ein Aperitif: Austern, Fisch, Geflügel und reifer Hartkäse wie Comté passen gut, Blanc de Blancs auch zu Sushi, Rosé zu Lachs oder Erdbeeren.

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