Weinregion
Wachau
Die Wachau: rund 1 350 Hektaren Terrassen an der Donau zwischen Melk und Krems, Grüner Veltliner und Riesling, Steinfeder, Federspiel, Smaragd.
- Rebfläche
- rund 1 350 Hektaren auf gut 30 Kilometern Donautal
- Wichtigste Sorten
- Grüner Veltliner (gut die Hälfte), Riesling (rund ein Sechstel)
- Böden und Klima
- Urgestein (Gneis) und Löss; kühle Luft aus dem Waldviertel trifft auf pannonische Wärme
- Typische Weine
- Grüner Veltliner und Riesling als Steinfeder, Federspiel und Smaragd
- Wahrzeichen
- UNESCO-Welterbe seit 2000: Terrassen mit Trockensteinmauern
Die Wachau ist ein enges Stück Donautal zwischen Melk und Krems in Niederösterreich, gut 30 Kilometer lang. Der Weinbau reicht wohl bis in die Römerzeit zurück, und schon im frühen 9. Jahrhundert, unter den Karolingern, taucht die Wachau in einer Urkunde auf. Heute stehen auf rund 1 350 Hektaren Reben, bis auf etwa 450 Meter Höhe, oft auf Terrassen, die von Trockensteinmauern gehalten werden; ein grosser Teil der Weinberge ist terrassiert, und die Mauern sind zusammen mehrere hundert Kilometer lang. Seit dem Jahr 2000 gehört die Kulturlandschaft Wachau zum UNESCO-Welterbe, so wie in der Schweiz das Lavaux, das 2007 folgte.
Das Klima kommt aus zwei Welten: Von Norden strömt kühle, sauerstoffreiche Luft aus dem Waldviertel durch kleine Seitentäler zur Donau, von Osten reicht das wärmere pannonische Klima herein. Diese ständige Luftzirkulation prägt die Aromen der Trauben. Auf den Terrassen liegen karge Böden aus verwittertem Urgestein wie Gneis, weiter unten sind aus Lössinseln leichte, sandige Böden entstanden.
Gut die Hälfte der Fläche trägt Grünen Veltliner, die österreichische Leitsorte, die auch landesweit mit rund einem Drittel der Rebfläche an der Spitze steht; rund ein Sechstel ist Riesling. Der Grüne Veltliner ist würzig, mit grünem Apfel, Zitrus und einer Note von weissem Pfeffer; der Riesling bringt Pfirsich, Zitrus und feine Mineralität.
Die Wachau ist für ihr eigenes, freiwilliges System bekannt. Die Winzervereinigung Vinea Wachau, 1983 gegründet und heute mit rund 200 Betrieben, die alle von Hand lesen, führte ab 1984 drei Markennamen für trockene Weissweine ohne spürbaren Holzeinfluss ein: Steinfeder (bis 11,5 Volumenprozent Alkohol, leicht und duftig, nach dem Federgras benannt), Federspiel (11,5 bis 12,5 Prozent, nach der Falknerei) und Smaragd (ab 12,5 Prozent, vollreife Trauben, komplex und langlebig, nach der Smaragdeidechse der Trockenmauern). Seit 2020 kommt die DAC (Districtus Austriae Controllatus) hinzu, mit drei Stufen: Gebietswein, Ortswein mit Angabe des Ortes und Riedenwein mit Angabe der Lage; Riedenweine sind Grüner Veltliner oder Riesling und dürfen nicht angereichert werden.
Zum Essen: ein Grüner Veltliner Federspiel zum Wiener Schnitzel, ein Riesling Smaragd zu Zander und Forelle aus der Donau oder zu Geflügel, ein reifer Grüner Veltliner Smaragd zu hellem Fleisch, ein Steinfeder als Apéro. Zum Dessert gehört die Wachauer Marille, die Aprikose mit geschützter Ursprungsbezeichnung.