Weinregion

Pfalz

Die Pfalz: Deutschlands warmer Süden mit rund 23 600 Hektaren, Riesling, Dornfelder, Grau- und Weissburgunder, Spätburgunder und die Deutsche Weinstrasse.

Rebfläche
rund 23 600 Hektaren, zweitgrösstes Anbaugebiet Deutschlands
Wichtigste Sorten
Riesling (rund ein Viertel), Dornfelder, Grauburgunder, Spätburgunder, Müller-Thurgau, Weissburgunder
Klima
sonnig und trocken: 500 bis 600 mm Regen, knapp 1 700 Sonnenstunden; Mandelbäume und Edelkastanien
Typische Weine
Riesling aus Forst und Deidesheim, Grauburgunder, Weissburgunder, Dornfelder
Wahrzeichen
Deutsche Weinstrasse: rund 85 Kilometer von Schweigen bis Bockenheim, 1935 eröffnet

Die Pfalz ist mit rund 23 600 Hektaren das zweitgrösste Weinanbaugebiet Deutschlands, nur Rheinhessen ist grösser. Sie liegt zwischen dem Haardtrand, dem Ostabfall des Pfälzerwalds, und der Rheinebene und zieht sich von der französischen Grenze nach Norden bis nach Rheinhessen. Der Pfälzerwald, die Fortsetzung der Vogesen, schirmt die Reben vor Regen und Wind ab: Mit 500 bis 600 Millimetern Niederschlag und knapp 1 700 Sonnenstunden im Jahr gehört die Pfalz zu den sonnigen und trockenen Gebieten Deutschlands. Mandelbäume und Edelkastanien gedeihen, im Frühling feiert man das Mandelblütenfest. Wer die Weinstrasse nach Süden fährt, steht bei Schweigen direkt im Elsass, dessen Rebland die Pfalz nach Norden fortsetzt.

Gut zwei Drittel der Fläche sind weiss, knapp ein Drittel rot. Der Riesling führt mit rund einem Viertel der Fläche und knapp 6 000 Hektaren, der grössten Rieslingfläche aller deutschen Gebiete, noch vor der Mosel. Danach folgen Dornfelder, die wichtigste rote Sorte, Grauburgunder, Spätburgunder, Müller-Thurgau und Weissburgunder. Den Dornfelder züchtete August Herold 1955 in Weinsberg; er ist tiefrot, fruchtig und unkompliziert. Grauburgunder (Pinot Gris) und Weissburgunder (Pinot Blanc) fühlen sich auf den warmen Böden wohl und ergeben kräftige, trockene Weine.

Zwei Bereiche gliedern die Pfalz. Die Mittelhaardt mit Orten wie Deidesheim, Forst, Wachenheim und Bad Dürkheim ist die Heimat der grossen Rieslinge; die Südliche Weinstrasse reicht bis zur elsässischen Grenze, mit schwereren, lehmreicheren Böden. Lagen wie das Forster Kirchenstück, der Forster Jesuitengarten oder der Deidesheimer Kieselberg zählen zu den bekanntesten Deutschlands.

Die Pfalz folgt dem deutschen Prädikatssystem, und viele Spitzenbetriebe gehören dem VDP an. Die trockenen Weine der besten Lagen heissen Grosses Gewächs. Die Deutsche Weinstrasse, 1935 eröffnet, führt auf rund 85 Kilometern vom Deutschen Weintor in Schweigen nach Bockenheim und durch zahlreiche Weinorte. In Bad Dürkheim findet im September der Wurstmarkt statt, der als grösstes Weinfest der Welt gilt.

Pfälzer Riesling ist in der Regel voller und reifer als der von der Mosel, mit gelber Frucht, Pfirsich, Aprikose und mineralischem Zug, oft trocken. Grau- und Weissburgunder sind weich, nussig und cremig, der Dornfelder ist fruchtig mit Kirsche und Brombeere. Zum Essen passen sie zu Pfälzer Klassikern wie Saumagen, einem gefüllten Schweinemagen, Flammkuchen und Leberknödeln; Weissburgunder zu Spargel, Grauburgunder zu Geflügel und Fisch. Aus Schweizer Sicht: Der Grauburgunder ist der Pinot Gris, den das Wallis als Malvoisie verkauft, und der Weissburgunder ist der Pinot Blanc.

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