Rebsorte
Grüner Veltliner
Grüner Veltliner, Österreichs Leitsorte: Herkunft aus Traminer und Sankt Georgener Rebe, Weinviertel und Wachau, pfeffriger Stil und Gerichte.
- Farbe
- Weiss
- Abstammung
- Natürliche Kreuzung aus Traminer und der Sankt Georgener Rebe (DNA-Analyse 2007)
- Wichtigste Anbaugebiete
- Österreich: rund 14 000 Hektaren, knapp ein Drittel der Rebfläche, vor allem Weinviertel, Wachau, Kamptal, Kremstal; dazu Tschechien, Slowakei, Ungarn
- Typische Aromen
- Grüner Apfel, Zitrus, weisser Pfeffer, Kräuter
- Stufen
- Wachau: Steinfeder, Federspiel, Smaragd; Weinviertel DAC: Klassik und Reserve
- Klassisch dazu
- Wiener Schnitzel, gebratenes Geflügel, Gemüse, asiatische Küche
Grüner Veltliner ist die Leitsorte Österreichs: Auf rund 14 000 Hektaren, knapp einem Drittel der Rebfläche, steht keine andere so häufig. Der Wein ist trocken, würzig und lebhaft, mit grünem Apfel, Zitrus und der Note von weissem Pfeffer, für die die Sorte bekannt ist. Zur meistangebauten Sorte des Landes wurde sie erst nach dem Zweiten Weltkrieg, und ihr heutiger Name setzte sich erst im 20. Jahrhundert durch; früher war daneben vor allem Weissgipfler, «weisse Spitze», gebräuchlich.
Die Herkunft blieb lange rätselhaft. DNA-Analysen zeigten schliesslich, dass Grüner Veltliner eine natürliche Kreuzung aus Traminer und einer unscheinbaren Rebe ist, die man bei St. Georgen am Leithagebirge im Burgenland entdeckte: ein einzelner, uralter Stock, den man im Jahr 2000 fand und der um ein Haar gerodet worden wäre. Sie heisst nach dem Fundort Sankt Georgener Rebe. Auch der Silvaner hat den Traminer als Elternteil; die beiden Sorten sind Halbgeschwister.
Die Zentren liegen in Niederösterreich. Im Weinviertel nördlich von Wien ist er die Hauptsorte; die Region führte als erste Österreichs eine DAC ein, und sie gilt nur für Grüner Veltliner: ein fruchtiger, würziger, pfeffriger Wein ohne Holz und Edelfäule, daneben als Reserve eine gehaltvollere Variante. Kamptal und Kremstal haben ebenfalls eine DAC, für Grüner Veltliner und Riesling. In der Wachau ordnet die Winzervereinigung Vinea Wachau die trockenen Weissweine in Steinfeder (bis 11,5 Prozent Alkohol), Federspiel (höchstens 12,5 Prozent) und Smaragd (mindestens 12,5 Prozent). Auch in Tschechien, der Slowakei und Ungarn, wo er Veltlínské zelené und Zöld veltelini heisst, stehen grössere Flächen.
Je nach Lage und Reife ist er leicht und spritzig oder füllig und kräftig: Auf den Lössböden des Weinviertels wird er saftig und würzig, auf den Urgesteinsterrassen der Wachau straff und mineralisch; die besten Weine gewinnen mit den Jahren Züge eines weissen Burgunders. Wegen der Frische und der leichten Würze ist er ein vielseitiger Begleiter: zu Wiener Schnitzel, gebratenem Geflügel, Gemüse und kräuterbetonten Gerichten ebenso wie zu asiatischer Küche. Einfache Weine trinkt man jung und kühl, die grossen aus Wachau und Kamptal dürfen einige Jahre liegen. Wer die Sorte kennenlernen will, beginnt mit einem Weinviertel DAC Klassik, der kaum etwas kostet und zeigt, wie der Wein gemeint ist: frisch, würzig, geradeaus.