Rebsorte

Pinotage

Pinotage: Südafrikas eigene Rotweinsorte, um 1925 aus Pinot Noir und Cinsault gekreuzt. Herkunft, Stil, Anbau am Kap und passende Gerichte.

Farbe
Rot
Herkunft
Pinot Noir × Cinsault (am Kap Hermitage genannt), gekreuzt von Abraham Perold in Stellenbosch, meist auf 1925 datiert
Hauptanbaugebiete
Südafrika, rund 6 500 Hektaren (gut 7 % der Rebfläche); vor allem Swartland, Paarl und Stellenbosch
Typische Aromen
Brombeere, Pflaume, Rauch, Erde; kräftige Tannine
Klassisch dazu
Braai: Boerewors, Lammkoteletts, Rippchen, Wild
Cape Blend
Cuvée, in der Pinotage nach Konvention mindestens 30 Prozent ausmacht, meist neben Cabernet Sauvignon und Merlot

Pinotage ist Südafrikas eigene Rebsorte und kommt anderswo nur in kleinen Mengen vor. Sie entstand als Kreuzung von Pinot Noir und Cinsault, den man am Kap damals Hermitage nannte; daraus setzt sich ihr Name zusammen. Gezüchtet hat sie Abraham Izak Perold, der erste Professor für Weinbau an der Universität Stellenbosch; die Kreuzung wird meist auf 1925 datiert. Perold wollte die Qualität des Pinot Noir mit der Robustheit des Cinsault verbinden, der in der Hitze des Kaps gut gedeiht.

Die ersten Jahre der Sorte sind eine Geschichte voller Zufälle. Perold wechselte später zur Genossenschaft KWV, die wenigen Sämlinge blieben vergessen im Garten seines früheren Hauses in Stellenbosch zurück und wären beim Aufräumen des verwilderten Geländes beinahe verloren gegangen. Ein Kollege, Charlie Niehaus, erkannte sie und rettete sie; C. J. Theron veredelte sie Mitte der 1930er-Jahre. Der erste Wein wurde 1941 gekeltert, und um 1960 kam der erste kommerzielle Pinotage auf den Markt.

Heute stehen in Südafrika rund 6 500 Hektaren Pinotage, gut 7 Prozent der Rebfläche, womit sie nach Cabernet Sauvignon und Syrah die dritthäufigste rote Sorte des Landes ist; die grössten Flächen liegen im Swartland, in Paarl und in Stellenbosch. Im Glas ist Pinotage tiefdunkel und zeigt Brombeere, Pflaume, Rauch und Erde, dazu kräftige Tannine und gute Säure. Der Ruf der Sorte ist gespalten: Wo bei unsauberer oder zu warmer Gärung Isoamylacetat entsteht, riecht der Wein nach Banane oder Lösungsmittel. Sorgfältig vinifiziert und im Holz ausgebaut, ergibt Pinotage dagegen dichte, würzige Rotweine. Daneben gibt es fruchtige, unkomplizierte Weine, Rosé und sogar einen Kaffee-Stil mit Röstnoten. Der Cape Blend, eine Cuvée aus Pinotage mit Cabernet Sauvignon, Merlot oder anderen Sorten, in der Pinotage nach Konvention mindestens 30 Prozent ausmacht, gilt als typisch für das Kap.

Ausserhalb Südafrikas wird Pinotage in kleinen Mengen in Neuseeland, Simbabwe, Israel, Brasilien und den USA angebaut. Zu Tisch ist sie ein Wein für das südafrikanische Braai, das Grillieren: Boerewors, Lammkoteletts, Rippchen und Wild wie Springbock. Auch deftige Eintöpfe und würzige Currys vertragen die rauchige Frucht. Wegen der kräftigen Tannine passt sie am besten zu fettem, gegrilltem Fleisch; man serviert sie bei etwa 16 bis 18 Grad.

Quiz zu den Rebsorten

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