Rebsorte

Pinot Meunier

Pinot Meunier: die dritte Rebsorte der Champagne, eine Mutation des Pinot Noir. Herkunft, Name, Stil, Anbaugebiete und passende Gerichte.

Farbe
Rot
Herkunft
Mutation des Pinot Noir aus Frankreich, seit dem 16. Jahrhundert bekannt
Wichtige Anbaugebiete
Champagne (rund 31 % der Rebfläche, Vallée de la Marne), Württemberg (als Schwarzriesling), England, Kalifornien, Australien
Typische Aromen
Rote Beeren, gelbe Früchte, weich und rund
Klassisch dazu
Champagner zum Apéro mit Käsegebäck, gekochter Schinken, Geflügel
Name
«Meunier» heisst Müller: die weiss behaarten Blätter wirken wie mit Mehl bestäubt

Pinot Meunier ist die dritte Rebsorte der Champagne und die unbekannteste. Genetisch ist er kaum von Pinot Noir zu unterscheiden: Er ist eine Mutation des Pinot Noir, die schon im 16. Jahrhundert bekannt war. Die Mutation sitzt in der äussersten Zellschicht der Pflanze, die inneren Schichten entsprechen dem Pinot Noir; man spricht deshalb von einer Chimäre. Der Name bedeutet «Müller»: Die jungen Blätter und Triebe sind weiss behaart, als wären sie mit Mehl bestäubt. In Deutschland heisst die Sorte deshalb Müllerrebe oder, in Württemberg, Schwarzriesling.

In der Champagne sind rund 31 % der Rebfläche mit Meunier bepflanzt, ebenso viel wie mit Chardonnay; der Pinot Noir führt mit rund 38 %. Zu Hause ist er in der Vallée de la Marne, wo lehmreiche Böden und ein rauheres Klima herrschen. Dort ist er verlässlicher als seine Partner: Er treibt später aus und ist deshalb weniger frostgefährdet. Weitere alte Sorten sind in der Champagne zugelassen, darunter Arbane und Petit Meslier, doch zusammen machen sie nur rund 0,3 % der Rebfläche aus.

Im Verschnitt bringt er Rundheit und Frucht: weiche, saftige Weine mit Aromen von gelben und roten Früchten, die früher zugänglich sind und etwas schneller altern als jene von Pinot Noir und Chardonnay. Deshalb macht er Champagner schon jung trinkbar. Er ist aber kein Lückenfüller: Auch Krug verwendet Meunier in der Grande Cuvée, neben Pinot Noir und Chardonnay. Weil auch die dunklen Beeren hellen Saft haben, lassen sich Pinot Noir und Meunier schonend zu weissem Champagner pressen; besteht ein Wein nur aus diesen beiden, heisst er Blanc de Noirs.

Ausserhalb der Champagne ist er vor allem in Deutschland wichtig. Als Schwarzriesling oder Müllerrebe liefert er leichte, fruchtige Rotweine; die Fläche beträgt rund 1 700 Hektaren (Stand 2022), etwa 70 % davon in Württemberg. In Südengland, Kalifornien und Australien wird er für Schaumweine nach der traditionellen Flaschengärung gepflanzt, meist zusammen mit Chardonnay und Pinot Noir.

Bei Tisch passt ein Champagner mit viel Meunier zu Käsegebäck, gekochtem Schinken, Geflügel und Pilzen; seine Frucht verträgt auch eine leichte Würze. Ein Schwarzriesling aus Württemberg ist ein unkomplizierter Begleiter zu Wurst, Flammkuchen und Schweinebraten. Beide serviert man gut gekühlt, den Champagner bei 8 bis 10 Grad, den Rotwein bei etwa 14 Grad.

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