Rebsorte
Corvina
Corvina: die Hauptsorte von Valpolicella, Amarone und Bardolino bei Verona. Herkunft, Partnersorten, Stil und passende Gerichte.
- Farbe
- Rot
- Herkunft
- Veneto, Raum Verona; Elternteil der Rondinella (DNA-Analyse)
- Hauptanbaugebiete
- Valpolicella und Bardolino im Veneto; fast die ganze Rebfläche liegt dort
- Typische Aromen
- Sauerkirsche, schwarze Pflaume, Bittermandel; viel Säure, wenig Tannin
- Klassisch dazu
- Pasta mit Fleischsauce, Risotto, Schmorgerichte; Amarone zu Wild und Hartkäse
- Partnersorten
- Corvinone und Rondinella, früher auch Molinara
Corvina ist die Traube hinter den Rotweinen rund um Verona. Sie bildet das Rückgrat von Valpolicella, Amarone und Bardolino, und fast ihre gesamte Anbaufläche liegt im Veneto, zwischen den Lessinischen Bergen und dem Gardasee. Als reinsortiger Wein kommt sie selten in die Flasche; ihre Stärke zeigt sie in der Cuvée. Nach den Regeln der Valpolicella müssen Corvina und die ähnliche Corvinone zusammen 45 bis 95 Prozent des Weins ausmachen, die Rondinella steuert 5 bis 30 Prozent bei, der Rest darf aus weiteren zugelassenen roten Sorten stammen.
Corvina reift spät und hat kleine Beeren mit dicker Schale. Das macht sie widerstandsfähig gegen Fäulnis und geeignet zum Trocknen, wie es für Amarone nötig ist. Traditionell wächst sie an der Pergola, die lange Fruchtruten erlaubt; wo man die Erträge nicht bremst, wird der Wein dünn. Im Glas ist Corvina hell- bis mittelrubinrot, mit viel Säure, wenig Tannin und Noten von Sauerkirsche und einem leicht bitteren Mandelton im Abgang. Gerade deshalb braucht sie Partner. Die Rondinella ist eine Kreuzung aus Corvina und einer unbekannten Sorte: ertragreich, widerstandsfähig und geschmacklich eher neutral. Die Corvinone hielt man lange für einen Klon der Corvina; heute weiss man dank DNA-Analysen, dass sie eine eigene Sorte ist, mit grösseren Beeren, späterer Reife, dichterer Farbe und etwas mehr Tannin.
Aus denselben Sorten entstehen sehr unterschiedliche Weine. Bardolino vom Ostufer des Gardasees ist der leichteste: ein heller, kirschfruchtiger Rotwein, der jung und leicht gekühlt am besten schmeckt, mit dem Rosé Chiaretto als Gegenstück. Der einfache Valpolicella ist etwas kräftiger und gehört auf den Alltagstisch. Für den Ripasso wird er auf den Trestern von Amarone oder Recioto noch einmal vergoren, was ihm Körper und Würze gibt. Für Amarone trocknen die Trauben mehrere Monate lang auf Gestellen und in Trockenböden, bevor sie vergoren werden. Das Ergebnis ist ein kraftvoller, durchgegorener Wein mit mindestens 14 Volumenprozent Alkohol und mindestens zwei Jahren Reife, mit Noten von getrockneter Kirsche, Schokolade und Gewürzen. Sein Name bedeutet etwa «der grosse Bittere» und grenzt ihn vom süssen Recioto ab, der aus denselben getrockneten Trauben entsteht.
Bardolino und Valpolicella passen zu Pasta mit Fleischsauce, Pizza, Risotto, Aufschnitt und Grilliertem und vertragen im Sommer etwas Kühle. Amarone gehört zu Schmorgerichten, Wild, Risotto all’Amarone und gereiftem Hartkäse; man öffnet ihn früh, serviert ihn bei 16 bis 18 Grad und trinkt ihn eher zum Essen als zum Apéro. Corvina steht nur selten allein auf dem Etikett; wer die Namen Valpolicella, Amarone und Bardolino kennt, hatte die Sorte aber längst im Glas.