Rebsorte

Blaufränkisch

Blaufränkisch: die dunkle, würzige Rotweinsorte des Burgenlands, auch Lemberger und Kékfrankos. Herkunft, Stil, Anbaugebiete und passende Speisen.

Farbe
Rot
Herkunft
Mitteleuropa, historisch Untersteiermark; Blaue Zimmettraube × Weisser Heunisch (Gouais Blanc)
Hauptanbaugebiete
Österreich (Burgenland, rund 2 600 ha), Ungarn (über 7 000 ha), Württemberg (rund 1 700 ha)
Typische Aromen
Schwarzkirsche, Brombeere, schwarzer Pfeffer; lebhafte Säure, feste Tannine
Klassisch dazu
Gulasch, Wild, Lamm, Grilliertes; im Burgenland die Martinigans
Synonyme
Lemberger (Deutschland), Kékfrankos (Ungarn), Frankovka (Tschechien, Slowakei, Kroatien), Modra frankinja (Slowenien)

Blaufränkisch ist die dunkle, würzige Seite des österreichischen Weins. Mit rund 2 600 Hektaren oder knapp 6 Prozent der Rebfläche ist sie nach dem Zweigelt die zweitwichtigste rote Sorte des Landes, und ihre Heimat ist das Burgenland. Doch sie ist eine mitteleuropäische Sorte mit vielen Namen: In Württemberg heisst sie Lemberger und steht auf rund 1 700 Hektaren, kaum weniger als der Trollinger; in Ungarn ist sie als Kékfrankos mit über 7 000 Hektaren die meistangebaute rote Sorte; in Tschechien, der Slowakei und Kroatien heisst sie Frankovka, in Slowenien Modra frankinja.

Mit dem Weinbaugebiet Franken hat der Name vermutlich nichts zu tun. Im Mittelalter nannte man Sorten, die als edel galten, «fränkisch», im Gegensatz zu den geringeren «heunischen». Ironischerweise ist ausgerechnet ein Heunisch der Vater: DNA-Analysen zeigen, dass Blaufränkisch eine Kreuzung aus der Blauen Zimmettraube und dem Weissen Heunisch (Gouais Blanc) ist, jener alten, einst weitverbreiteten Bauernrebe, die auch Elternteil von Chardonnay und Gamay ist. Historische Quellen weisen auf die Untersteiermark im heutigen Slowenien als Ursprungsgebiet. Auch der Name Lemberger geht auf Lemberg in der Untersteiermark zurück, von wo die Sorte im 19. Jahrhundert nach Deutschland kam.

In Österreich hat die Sorte gleich mehrere eigene Herkunftsgebiete. Das Mittelburgenland, deshalb auch «Blaufränkischland» genannt, war das erste Rotweingebiet des Landes mit DAC-Status (Jahrgang 2005). Weiter südlich bringt der Eisenberg mit seinen eisenhaltigen Böden straffe, mineralische Weine hervor, und am Westufer des Neusiedler Sees steht das Leithaberg-Gebiet auf Kalk und Schiefer, wo die Weine elegant und gespannt wirken. Im Glas zeigt Blaufränkisch tiefe Farbe, dunkle Kirsche und Brombeere, schwarzen Pfeffer und eine lebhafte Säure mit festen Tanninen. Einfache Weine sind fruchtig und würzig; Lagenweine aus dem Fass altern oft zehn Jahre und länger.

In Ungarn ist Kékfrankos das Rückgrat von Sopron an der österreichischen Grenze, von Szekszárd im Süden und von Eger im Norden, wo er in den Bikavér-Cuvées, dem «Stierblut», den Ton angibt. In Württemberg macht man aus Lemberger zugängliche, fruchtige bis kräftige Rotweine, die zur schwäbischen Küche gehören, etwa zu Schmorbraten und Zwiebelrostbraten. Am Tisch verlangt Blaufränkisch Gerichte mit Substanz: Gulasch, Wild, Lamm und Grilliertes, im Burgenland traditionell die Martinigans. Man serviert ihn bei etwa 16 bis 18 Grad, junge Weine gern etwas kühler.

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