Rebsorte
Cabernet Franc
Cabernet Franc: Elternteil von Cabernet Sauvignon, Merlot und Carmenère, Sorte von Chinon und Cheval Blanc. Stil, Anbau und Speisen.
- Farbe
- Rot
- Herkunft
- Wohl Südwestfrankreich; Elternteil von Cabernet Sauvignon, Merlot und Carmenère
- Wichtige Anbaugebiete
- Loire (Chinon, Bourgueil), Bordeaux (Saint-Émilion), Friaul, Veneto, Ungarn
- Typische Aromen
- Himbeere, Veilchen, Bleistiftmine, frische Kräuter, grüne Paprika (wenn unreif)
- Klassisch dazu
- Geflügel, Rillettes, Charcuterie, Ziegenkäse
- Anbau in der Schweiz
- Rund 90 Hektaren, rund ein Drittel davon im Wallis
Cabernet Franc ist der Stammvater einer berühmten Familie und steht selbst selten im Rampenlicht. DNA-Analysen haben gezeigt, dass er ein Elternteil von Cabernet Sauvignon (mit Sauvignon Blanc), von Merlot (mit der fast verschwundenen Magdeleine Noire des Charentes) und von Carmenère (mit Gros Cabernet) ist. Er stammt wohl aus dem Südwesten Frankreichs, ist dort seit Jahrhunderten bekannt und trägt viele Namen: «Breton» in der Touraine, «Bouchet» in Saint-Émilion. Weltweit stehen rund 50 000 Hektaren, mehr als die Hälfte davon in Frankreich.
Gegenüber seinem berühmteren Kind ist er leichter und duftiger. Seine Weine haben weniger Tannin, mehr Frische und eine hellere Farbe, und weil die Traube etwa eine Woche früher reift als Cabernet Sauvignon, kommt sie auch in kühleren Lagen zu Ehren. Im Glas zeigen sich Himbeere, Veilchen, Bleistiftmine und frische Kräuter; reift die Traube nicht ganz aus, taucht grüne Paprika auf.
Seine Heimat im Glas ist die Loire. In Chinon, Bourgueil, Saint-Nicolas-de-Bourgueil und Saumur-Champigny ist er die Hauptsorte der Rotweine, in Chinon und Bourgueil mit höchstens 10 % Cabernet Sauvignon. Die Weine erinnern in Bourgueil oft an Himbeeren, in Chinon an Veilchen; die einfachen trinkt man jung und gern leicht gekühlt, die besten Lagenweine können Jahre reifen. Aus ihm entsteht auch der süssliche Rosé Cabernet d’Anjou.
In Bordeaux ist er der Dritte neben Cabernet Sauvignon und Merlot, mit rund einem Zehntel der roten Reben der Region. Seine Domäne ist das rechte Ufer: In Saint-Émilion und Pomerol würzt er den Merlot, und im Château Cheval Blanc stellt er mehr als die Hälfte der Reben, was diesen Wein zu einem Sonderfall macht. Auch in Italien ist er verbreitet, vor allem im Nordosten, in Friaul und im Veneto, wo er oft mit Carmenère verwechselt wurde; in der Toskana gewinnt er rund um Bolgheri an Boden, und in Ungarn wird er in Villány und Szekszárd wichtiger.
In der Schweiz sind es rund 90 Hektaren, rund ein Drittel davon im Wallis, der Rest vor allem auf Genf, Waadt und Tessin verteilt; die Weine sind meist frisch und filigran. Bei Tisch ist Cabernet Franc der vielseitigere der beiden Cabernets: Er passt zu Geflügel, Schweinebraten, Rillettes und Charcuterie, zu gegrilltem Gemüse und zu Ziegenkäse, bei denen ein tanninreicher Cabernet Sauvignon ins Stocken gerät. Man serviert ihn bei 14 bis 16 Grad.