Rebsorte
Barbera
Barbera, die säurebetonte Rotweinsorte des Piemonts: Herkunft im Monferrato, Barbera d’Asti und Nizza, Charakter, Anbau und passende Gerichte.
- Farbe
- Rot
- Herkunft
- Monferrato (Piemont); im 13. Jahrhundert in Urkunden aus Casale Monferrato erwähnt
- Hauptanbaugebiete
- Piemont (Asti, Alba, Monferrato), rund 20 000 Hektaren in Italien; Argentinien, Kalifornien, Australien
- Typische Aromen
- Sauerkirsche, Brombeere, Pflaume; sehr wenig Tannin, hohe Säure
- Klassisch dazu
- Agnolotti, Pizza, Salami, Tomatensaucen
- Stile
- Frisch und fruchtig mit wenig Holz, oder dicht und im Barrique ausgebaut
Barbera ist die Alltagstraube des Piemonts und galt lange als einfacher Wein für jeden Tag, während der Nebbiolo die Aufmerksamkeit bekam. Sie stammt aus dem Monferrato, den Hügeln rund um Asti und Alessandria; Urkunden aus Casale Monferrato nennen im 13. Jahrhundert Reben mit dem Namen «barbexinis». Im Piemont ist Barbera die meistangebaute rote Sorte, in ganz Italien steht sie auf rund 20 000 Hektaren.
Im Rebberg wächst sie kräftig und liefert, wenn man sie lässt, viel zu viel; Qualität gibt es nur bei strenger Ertragsbeschränkung. Die besten Hänge der Langhe gehören dem Nebbiolo, Barbera begnügte sich oft mit dem Rest. Im Glas fällt sie durch tiefe Farbe, sehr wenig Tannin und eine hohe Säure auf, die auch bei voller Reife erhalten bleibt. Das ergibt einen saftigen, direkten Wein mit Aromen von Sauerkirsche, Brombeere und Pflaume, der schon jung Freude macht. Rund um Alba, wo der Nebbiolo die besten Lagen besetzt, entsteht der Barbera d’Alba, der oft tiefere Farbe und kräftigere Frucht zeigt.
Anfang der 1980er-Jahre begann Giacomo Bologna in Rocchetta Tanaro, Barbera in Barriques auszubauen; sein Bricco dell’Uccellone wurde zum Symbol eines dichteren, ernsthafteren Stils. Seither stehen zwei Richtungen nebeneinander: der frische, fruchtige Barbera mit wenig Holz und der tiefe, im Barrique gereifte.
Die Appellationen im Überblick: Der Barbera d’Asti ist seit 2008 eine DOCG, steht auf mehreren Tausend Hektaren und besteht aus mindestens 90 Prozent Barbera; als Superiore muss er mindestens 14 Monate reifen, davon sechs im Holz. Der Nizza aus 18 Gemeinden rund um Nizza Monferrato ist seit 2014 eine eigene DOCG, zu 100 Prozent aus Barbera, mit mindestens 18 Monaten Reife, die Riserva 30. Der Barbera d’Alba darf bis zu 15 Prozent Nebbiolo enthalten, der Barbera del Monferrato muss mindestens 85 Prozent Barbera enthalten. Die Weinlandschaft Langhe-Roero und Monferrato gehört seit 2014 zum UNESCO-Welterbe; eines ihrer sechs Teilgebiete heisst «Nizza Monferrato und Barbera».
Ausserhalb Italiens steht Barbera in Kalifornien auf mehreren tausend Hektaren, im Central Valley für einfache Massenweine, in Napa und Sonoma für bessere Flaschen; in Argentinien sind es rund 1 000 Hektaren, meist für Verschnitte, in Australien nur kleine Mengen. Die Säure macht Barbera zum Wein für Tomatensaucen, Fett und Salami: Agnolotti, Pizza, Wurstplatten, Schmorbraten. Man serviert ihn bei 14 bis 16 Grad.