Rebsorte
Nero d’Avola
Nero d’Avola, Siziliens wichtigste Rotweinsorte, benannt nach Avola: Herkunft, Stile von fruchtig bis kräftig, Anbau und passende Gerichte.
- Farbe
- Rot
- Herkunft
- Südostsizilien, rund um die Stadt Avola bei Syrakus
- Hauptanbaugebiete
- Sizilien (rund 15 000 Hektaren, meistangebaute rote Sorte der Insel); kleine Mengen in Australien und Kalifornien
- Typische Aromen
- Brombeere, Pflaume, Schwarzkirsche, Pfeffer; weiche Tannine, warmer Körper
- Klassisch dazu
- Grilliertes, Auberginengerichte, Tomatensaucen, gereifter Pecorino
- Synonyme
- Calabrese (aus dem sizilianischen Calavrisi, «aus Avola»)
Nero d’Avola ist die wichtigste Rotweinsorte Siziliens und mit rund 15 000 Hektaren die meistangebaute rote Sorte der Insel. Der Name bedeutet «der Schwarze von Avola» und verweist auf die kleine Stadt Avola im Südosten, in der Provinz Syrakus, wo die Sorte traditionell zu Hause ist. Ihr älterer Name Calabrese führt in die Irre: Er gilt als Italianisierung des sizilianischen Calavrisi, «aus Avola», und nicht als Hinweis auf Kalabrien.
Die Sorte liebt Wärme und kommt mit Trockenheit gut zurecht, was sie für den heissen Süden Siziliens prädestiniert. Der Wein ist tief rubin- bis purpurrot und zeigt Aromen von Brombeere, Pflaume und Schwarzkirsche, dazu Pfeffer und mit etwas Reife süsse Gewürze. Im Mund wirkt er warm, rund und kräftig, mit weichen Tanninen und eher moderater Säure, was ihn sofort zugänglich macht. Zu reif geerntet wird er schwer und marmeladig; Lagen im höheren, kühleren Landesinneren und gezügelte Erträge bringen mehr Frische und Spannung.
Nero d’Avola ist stilistisch vielseitig. Als junger, unkomplizierter Rotwein bringt er Frucht und Wärme ins Glas; im Holz ausgebaut, kann er dicht und würzig werden und gut reifen. Zugleich ist er ein ausgezeichneter Partner. Im Cerasuolo di Vittoria, der einzigen DOCG Siziliens (seit 2005), steht er mit 50 bis 70 Prozent neben 30 bis 50 Prozent Frappato: Nero d’Avola liefert Farbe, Körper und Struktur, Frappato Duft und Leichtigkeit. Man begegnet ihm auch in Cuvées mit Syrah, Cabernet Sauvignon oder Merlot. Zu den Qualitätsgebieten zählen die Gegend um Noto und Pachino im Südosten und die Hügel um Vittoria, die Heimat des Cerasuolo.
Ausserhalb Siziliens spielt die Sorte eine kleine Rolle; man findet sie in kleinen Mengen in Australien, Kalifornien und Südafrika. Am Tisch passt sie zu dem, was auf Sizilien aufgetragen wird: Grilliertes, Lamm, Würste, Auberginengerichte wie Pasta alla Norma und Caponata, Tomatensaucen und gereifter Pecorino. Bei 16 bis 18 Grad serviert, zeigt sie ihre Frucht am schönsten; einfache Qualitäten vertragen auch etwas weniger. Wer sizilianischen Rotwein kennenlernen will, beginnt am besten mit einem sortenreinen Nero d’Avola und probiert danach einen Cerasuolo di Vittoria: Der Vergleich zeigt, wie viel Spielraum in dieser Sorte steckt.