Rebsorte

Pinot Blanc

Pinot Blanc oder Weissburgunder: eine Farbmutation der Pinot-Familie. Herkunft, Anbau in Deutschland, Südtirol und im Elsass, Stil und Gerichte.

Farbe
Weiss
Herkunft
Farbmutation in der Pinot-Familie; als Ausgangssorte wird meist Pinot Noir genannt; lange mit Chardonnay verwechselt
Wichtigste Anbaugebiete
Deutschland (gut 6 000 Hektaren), Österreich (rund 2 000), Italien (vor allem Veneto, Friaul, Südtirol), Elsass; Schweiz rund 110 Hektaren
Synonyme
Weissburgunder, Weisser Burgunder (Deutschland, Österreich), Pinot Bianco (Italien), Klevner (altes elsässisches Wort)
Typische Aromen
Apfel, Birne, Zitrone, Heublumen, Haselnuss, Mandel
Klassisch dazu
Spargeln, Quiche, Fisch, Kalbfleisch, Risotto

Pinot Blanc, in Deutschland und Österreich Weissburgunder, in Italien Pinot Bianco, ist der leise Weisse der Burgunderfamilie. Pinot Noir, Pinot Gris und Pinot Blanc sind genetisch fast identisch und unterscheiden sich vor allem in der Beerenfarbe: Der weisse ist eine Farbmutation, die an Pinot-Stöcken aufgetreten ist und sich durch Vermehrung gehalten hat. Der Chardonnay galt lange als Spielart des Weissburgunders; beide wurden gemischt angebaut und verwechselt. Sauber getrennt wurden die beiden vielerorts erst nach 1970; in Südtirol gab es bis 1985 «grüne» und «gelbe» Weissburgunder im selben Rebberg.

Die grösste Fläche hat Deutschland mit gut 6 000 Hektaren, vor allem in Baden, Rheinhessen und in der Pfalz, wo der Weissburgunder meist trocken ausgebaut wird. In Italien liegen die grössten Flächen im Veneto, dann im Friaul und in Südtirol; Österreich hat rund 2 000 Hektaren. Im Elsass kann ein Wein mit «Pinot Blanc» auf dem Etikett ganz oder teilweise aus Auxerrois bestehen, und die Sorte bildet vor allem die Grundlage des Crémant d’Alsace. In der Schweiz sind es rund 110 Hektaren.

In Südtirol, auf rund 600 Hektaren, wird er besonders geschätzt; er wächst bis auf 800 Meter Höhe, etwa um Eppan, Kaltern, Terlan, Tramin und am Ritten, und behält dort seine feine Säure. Der Wein ist selten laut: Apfel, Birne, Zitrone, manchmal Ananas, dazu Heublumen, Haselnuss und Mandel, mit lebhafter Säure und mittlerem Körper. Aus dem Stahltank ist er frisch und schlank, aus dem Holz rund und cremig; im Elsass und in Italien fällt er oft voller aus, in Deutschland und Österreich gibt es ihn trocken, halbtrocken und auch süss. Ein Teil wird zu Schaumwein verarbeitet.

Gerade weil er so zurückhaltend ist, passt er zu feinen Gerichten, die ein lauter Wein erschlagen würde: Spargeln, Quiche, gedämpfter oder gebratener Fisch, Kalbfleisch, Risotto und milde Käse. Er ist ein verlässlicher Aperitif- und Alltagswein, der meist jung und gut gekühlt getrunken wird; wo er in gutem Holz ausgebaut wird, darf er auch ein paar Jahre reifen. Wer die Familie verstehen will, stellt ihn neben einen Pinot Gris und einen Chardonnay: Drei Weissweine, die verwandt, aber nicht gleich sind, und der Pinot Blanc ist der schlankste und stillste von ihnen.

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