Weinregion

Apulien

Apulien, der Absatz des italienischen Stiefels: Primitivo, Negroamaro und Uva di Troia, viel Sonne, Buschreben und kräftige, warme Rotweine.

Rebfläche
über 80 000 Hektaren, eine der grössten Rebflächen Italiens
Wichtigste Sorten
rot: Primitivo, Negroamaro, Uva di Troia (Nero di Troia); weiss: Bombino Bianco, Verdeca
Klima und Böden
mediterran: heisse, trockene Sommer, milde Winter; Kalkgestein; viele Buschreben (Alberello)
Typische Weine
Primitivo di Manduria, Salice Salentino, Castel del Monte, Rosato aus Negroamaro
Wahrzeichen
Castel del Monte bei Andria, die Burg Friedrichs II., UNESCO-Welterbe seit 1996

Apulien (Puglia) bildet den Absatz und den Sporn des italienischen Stiefels und hat die längste Küste aller Festlandregionen Italiens, zwischen Adria und Ionischem Meer. Das Klima ist mediterran, mit heissen, trockenen, sonnigen Sommern und milden, regnerischen Wintern; auf der Halbinsel Salento, einer Kalksteinlandschaft, weht fast immer Wind. Mit über 80 000 Hektaren Reben gehört Apulien zu den grössten Weinbauregionen Italiens, und mengenmässig zählt es zu den Spitzenreitern. Lange stand die Menge im Vordergrund, oft aus Genossenschaften; Anerkennung für die Qualität kam vor allem seit den 1990er-Jahren. Viele Reben stehen als alte, niedrige Büsche (Alberello).

Die berühmteste Sorte ist der Primitivo. Sein Erbgut ist identisch mit dem kalifornischen Zinfandel; beide entsprechen der kroatischen Sorte Crljenak Kaštelanski, die 2001 an einem Rebstock bei Kaštela, nahe Split, gefunden wurde. Der Name verweist auf die frühe Reife (lateinisch primativus); im 18. Jahrhundert wählte der Priester Francesco Filippo Indellicati bei Gioia del Colle eine früh reifende Pflanze aus, von der aus sich die Sorte in Apulien verbreitete. Der Primitivo di Manduria aus der Provinz Taranto ist dicht, dunkel und alkoholreich, oft um 14 Prozent und mehr; als Dolce Naturale ist er ein DOCG-Süsswein. Gioia del Colle hat eine eigene DOC für den Primitivo.

Im Salento, in den Provinzen Lecce, Brindisi und Taranto, ist der Negroamaro die wichtigste rote Sorte. Sein Name wird meist als «schwarz und bitter» gedeutet; er gibt tiefdunkle, erdige, leicht bittere Rotweine, liebt Kalkböden und kommt mit Trockenheit gut zurecht. Bekannte Namen sind Salice Salentino, Copertino, Squinzano und Brindisi, oft mit etwas Malvasia Nera verschnitten. Aus Negroamaro entstehen zudem Rosati, die immer mehr Beachtung finden.

Im Norden, rund um das Castel del Monte bei Andria, steht der Uva di Troia, auch Nero di Troia genannt; er liefert die kräftigen Rotweine der Castel del Monte DOC und der DOCG Castel del Monte Nero di Troia Riserva. Dazu kommen die DOCG Castel del Monte Rosso Riserva und Castel del Monte Bombino Nero. Die achteckige Burg, die Kaiser Friedrich II. in den 1240er-Jahren bauen liess, ist seit 1996 UNESCO-Welterbe. Unter den weissen Sorten sind Bombino Bianco und Verdeca verbreitet.

Zum Trinken: Primitivo zu Grillfleisch, Lamm und kräftigem Käse; Negroamaro zu Orecchiette mit Cime di rapa oder zu gegrilltem Fleisch; ein Rosato zu Burrata, Meeresfrüchten und Vorspeisen; Verdeca zu Fisch und Gemüse.

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