Weinregion

Sizilien

Sizilien vereint Vulkanwein vom Etna, Nero d’Avola, Marsala und Grillo: rund 100 000 Hektaren Reben auf Italiens grösster Insel.

Rebfläche
rund 100 000 Hektaren, eine der grössten Rebflächen Italiens
Wichtigste Sorten
weiss: Catarratto, Grillo, Carricante, Inzolia, Zibibbo; rot: Nero d’Avola, Nerello Mascalese, Frappato
Klima und Böden
mediterran, heisse und trockene Sommer; am Etna Vulkanböden und Höhen von rund 450 bis über 1 000 Metern
Typische Weine
Etna Rosso und Etna Bianco, Nero d’Avola, Cerasuolo di Vittoria (DOCG), Marsala, Passito di Pantelleria
Wahrzeichen
Etna: über 3 300 Meter hoch, Europas höchster aktiver Vulkan, Etna DOC seit 1968

Sizilien ist die grösste Insel Italiens und mit rund 100 000 Hektaren Reben eine der grössten Weinbauregionen des Landes. Das Klima ist mediterran, mit heissen, trockenen Sommern und viel Sonne; Höhe, Wind und Meeresnähe mildern die Hitze. In den letzten Jahrzehnten ist die Qualität deutlich gestiegen, und viele Erzeuger setzen auf einheimische Sorten. Seit 2011 gibt es die Insel-DOC Sicilia; insgesamt zählt die Insel gut 20 DOC und mit dem Cerasuolo di Vittoria eine einzige DOCG.

Im Osten erhebt sich der Etna, mit über 3 300 Metern Europas höchster aktiver Vulkan. Die Etna DOC besteht seit 1968 und gehört zu den ältesten der Insel. Die Reben, oft als alte Büsche (Alberello) erzogen, stehen auf Lava und Asche in Höhen von rund 450 bis über 1 000 Metern, ähnlich hoch wie die höchsten Walliser Reben in Visperterminen. Der Etna Rosso besteht zu mindestens 80 Prozent aus Nerello Mascalese, ergänzt durch Nerello Cappuccio; er ist hell, würzig und säurebetont und wird gern mit Pinot Noir oder Nebbiolo verglichen. Der Etna Bianco stammt aus Carricante, der Bianco Superiore muss zu mindestens 80 Prozent daraus bestehen und aus der Gemeinde Milo kommen. Mehr als 130 Einzellagen, hier Contrade genannt, werden unterschieden.

Weiter südlich, um Avola und Noto bei Syrakus, ist der Nero d’Avola zu Hause, die wichtigste rote Sorte der Insel. Der Name bedeutet «schwarz aus Avola»; die Sizilianer nennen ihn auch Calabrese. Er gibt dunkle Weine mit Pflaume und einer leichten Pfeffernote und weichem Gerbstoff und verträgt Hitze und Trockenheit. Im Gebiet um Vittoria wird er mit dem Frappato zum Cerasuolo di Vittoria verschnitten, der seit 2005 die einzige DOCG Siziliens ist.

Im Westen, um Trapani, liegt Marsala. Der englische Kaufmann John Woodhouse machte den aufgespriteten Wein ab 1773 bekannt; seit 1969 ist er DOC. Er wird aus Grillo, Inzolia, Catarratto und Damaschino gekeltert, der rote Rubino aus Sorten wie Perricone, Nero d’Avola oder Nerello Mascalese; er reicht von trocken bis süss. Die Reifestufen reichen von Fine (mindestens ein Jahr) über Superiore (zwei), Superiore Riserva (vier) und Vergine (fünf) bis zum Stravecchio (zehn Jahre). Der Grillo, eine Kreuzung aus Catarratto und Zibibbo, wird heute auch als kräftiger, fruchtiger Weisswein ohne Aufspritung ausgebaut. Auf Pantelleria, näher bei Tunesien als bei Sizilien, wächst der Zibibbo, der Muscat d’Alexandrie, als niedriger Busch; diese Erziehungsart steht seit 2014 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes, und aus getrockneten Trauben entsteht der Passito di Pantelleria.

Zum Trinken: Etna Rosso zu Pasta alla Norma, Gegrilltem und Pilzen; Nero d’Avola zu Lamm und Auberginen; Etna Bianco und Grillo zu Fisch, Meeresfrüchten und Couscous nach Trapaneser Art; trockener Marsala zu Hartkäse, süsser zu Gebäck; der Passito zum Dessert.

Quiz: Italien

Sprachen: Français · Italiano · English