Rebsorte

Torrontés

Torrontés Riojano: Argentiniens aromatische Weisse, Kreuzung aus Muscat und Criolla Chica. Herkunft, Salta und Cafayate, Stil und passende Gerichte.

Farbe
Weiss
Abstammung
Natürliche Kreuzung aus Muscat von Alexandria und Criolla Chica (Listán Prieto), DNA-Studie 2003
Hauptanbaugebiete
Mendoza, La Rioja und Salta (Cafayate, Calchaquí-Täler), dazu San Juan und Catamarca; rund 7 000 Hektaren
Typische Aromen
Rosenblätter, Geranie, Pfirsich, Aprikose, Zitrusschale, Muskat
Klassisch dazu
Empanadas, Ceviche, gebratener Fisch, leicht scharfe asiatische Küche
Sorten gleichen Namens
Torrontés Riojano (rund 80 Prozent), Sanjuanino, Mendocino; nicht verwandt mit dem Torrontés Galiciens

Torrontés ist die weisse Sorte, die Argentinien am stärksten verkörpert, so wie Malbec die rote. Gemeint ist fast immer der Torrontés Riojano: Er steht auf rund 7 000 Hektaren und ist nach der Fläche die zweitwichtigste weisse Weinsorte des Landes. Zwei weitere Sorten tragen den Namen, der Torrontés Sanjuanino und der Torrontés Mendocino; sie sind weniger bedeutend und machen zusammen rund ein Fünftel der Torrontés-Fläche aus.

Lange suchte man die Eltern in Europa, vergeblich: Mit dem Torrontés Galiciens liess sich keine Verwandtschaft nachweisen. Eine DNA-Studie von Agüero und Kollegen zeigte 2003, dass der Torrontés Riojano eine natürliche Kreuzung aus Muscat von Alexandria und Criolla Chica ist. Criolla Chica wurde später mit Listán Prieto gleichgesetzt, der Sorte, die in Chile País und in Kalifornien Mission heisst. Zwei alte, von den Spaniern eingeführte Reben haben sich also wohl in Südamerika gekreuzt, und die Muskat-Seite riecht man im Glas sofort.

Berühmt ist Torrontés aus der Provinz Salta im Nordwesten, vor allem aus Cafayate, am Südende der Calchaquí-Täler. Dort stehen die Reben auf 1 600 Metern und höher, deutlich höher als Visperterminen im Wallis, das mit rund 1 150 Metern zu den höchsten Rebbergen Europas zählt. Die starke Sonne und die kühlen Nächte ergeben aromatische, frische Trauben. Überraschend: Die grösste Fläche liegt nicht in Salta. Nach den provisorischen Zahlen des argentinischen Weininstituts INV für 2024 steht der Torrontés Riojano vor allem in Mendoza (rund 3 200 Hektaren) und La Rioja (rund 1 800), Salta kommt auf rund 900 Hektaren. Als Massstab gelten dennoch die Weine aus den hohen Lagen des Nordwestens.

Im Glas riecht Torrontés süss und schmeckt trocken: Rosenblätter, Geranie, Pfirsich, Aprikose und Zitrusschale, mit einem Muskatton, der an Gewürztraminer erinnert. Diese Düfte stammen von Terpenen, wie bei den Muskatsorten. Die Säure ist mässig, der Körper mittel, der Abgang kann leicht bitter sein. Gut gemacht ist der Wein frisch und duftig, schlecht gemacht wirkt er plump und schwer von Alkohol. Man trinkt ihn am besten jung und gut gekühlt.

Am Tisch lebt Torrontés von seinem Duft: Er passt zu Empanadas, zu Ceviche und gebratenem Fisch, zu leicht scharfer asiatischer Küche, zu Ziegenkäse und zu Salaten. Als Apéro ist er eine Alternative zum Sauvignon Blanc für alle, die es blumiger mögen.

Quiz zu den Rebsorten

Sprachen: Français · Italiano · English