Rebsorte
Heida
Heida, im Unterwallis Païen: der Savagnin Blanc der höchsten Rebberge Europas in Visperterminen. Herkunft, Charakter, Anbau und Gerichte, die dazu passen.
- Farbe
- Weiss
- Herkunft
- Identisch mit Savagnin Blanc aus der Traminer-Familie; im Wallis seit dem 16. Jahrhundert belegt
- Anbau in der Schweiz
- Rund 230 Hektaren, fast alle im Wallis; Visperterminen bis auf rund 1 150 Meter
- Typische Aromen
- Zitrus, exotische Frucht, getrocknete Aprikose, Baumnuss, Roggenbrot
- Klassisch dazu
- Raclette, Walliser Trockenfleisch, Cholera, reifer Alpkäse
- Synonyme
- Païen (Unterwallis), Savagnin Blanc (Jura), Traminer
Heida heisst die Traube im Oberwallis, Païen im Unterwallis, und hinter beiden Namen steckt Savagnin Blanc, die alte Sorte aus der Traminer-Familie, die im Jura den Vin Jaune liefert und deren aromatische Mutation der Gewürztraminer ist. Beide Walliser Namen bedeuten ungefähr dasselbe, Heide oder Heidnischer, ein Hinweis auf das Alter der Rebe: Sie habe im Kanton schon gewachsen, bevor die Rebberge christlich wurden, sagt die Legende, und sicher belegt ist sie im Bezirk Visp im 16. Jahrhundert.
Ihre Heimat ist Visperterminen, ein Dorf oberhalb von Visp, dessen terrassierte Rebberge bis auf rund 1 150 Meter steigen und als höchstgelegener zusammenhängender Rebberg Europas gelten. Der Hang schaut nach Südwesten, die Luft ist trocken, und der Föhn wärmt den Herbst, sodass die Traube dort reift, wo sonst fast nichts mehr reifen würde. Lange stammte ein grosser Teil des Walliser Heida aus diesem einen Dorf; seit den 1990er-Jahren hat sich die Sorte über den Kanton verbreitet, nach Sitten, Siders und ins Unterwallis, und die Schweiz baut heute rund 230 Hektaren an, fast alle im Wallis.
Savagnin ist eine kleinbeerige, dickschalige Traube, die in der Höhe ihre Säure behält und langsam Zucker aufbaut. Der Wein ist trocken, voll und fest, jung mit Zitrus und exotischer Frucht, mit der Reife dann getrocknete Aprikose, Baumnuss, Honig und eine Note, die Verkoster oft als Roggenbrot oder Heu beschreiben. Er gehört zu den wenigen Schweizer Weissweinen, die sich über zehn und mehr Jahre wirklich verbessern. Der Heida aus Visperterminen ist meist straff und mineralisch; Weine aus dem wärmeren Mittelwallis sind breiter und weicher. Einige Produzenten keltern süssen, spät gelesenen Heida, und manche experimentieren mit der Jura-Methode des Ausbaus unter einem Hefeschleier.
Heida ist der Weisse zur kräftigen Küche des Oberwallis: Raclette, Cholera, die Gemüse-Käse-Wähe aus dem Goms, Walliser Trockenfleisch mit Roggenbrot, reifer Alpkäse oder ein Kräuterpoulet aus dem Ofen. Bei 10 bis 12 Grad servieren, etwas wärmer als einen Fendant, damit sich die Aromen öffnen.