Rebsorte

Assyrtiko

Assyrtiko, die Weisse von Santorin: Vulkanboden, Kouloura-Körbe, hohe Säure, salzige Frische; Herkunft, Verbreitung in Griechenland und Australien.

Farbe
Weiss
Herkunft
Santorin (Kykladen), dort einheimisch
Hauptanbaugebiete
Santorin; weitere Ägäisinseln, Makedonien, Mittelgriechenland, Peloponnes; Australien (Clare Valley)
Erziehung
Kouloura: zum Korb gewundene Triebe, meist wurzelechte Reben
Typische Aromen
Zitrone, Limette, weisse Blüten, Salz, Feuerstein; gereift Honig und Nüsse
Klassisch dazu
Gegrillter Fisch, Oktopus, Meeresfrüchte, Feta

Assyrtiko ist die bekannteste weisse Sorte Griechenlands und stammt von Santorin, einer Vulkaninsel in den Kykladen. Das Besondere: Sie behält auch bei voller Reife und in der Hitze des ägäischen Sommers eine hohe, frische Säure, was in warmen Gebieten selten ist. Die Weine sind trocken, mineralisch, oft salzig und von einer Spannung, die man sonst eher aus kühlen Lagen kennt; viele werden aus der Sorte allein gekeltert.

Der Boden, auf Griechisch «aspa», besteht aus Vulkanasche, Bims und Lavagestein und enthält fast keinen Ton; es regnet kaum mehr als 400 Millimeter im Jahr, und im Sommer weht der Meltemi. Die Reblaus findet im lockeren Vulkansand keinen Halt, deshalb stehen viele Reben auf eigenen Wurzeln. Gegen den Wind hat man die Kouloura entwickelt: Die Triebe werden zu einem flachen Korb gewunden, die Trauben hängen geschützt in dessen Innerem, und der nächtliche Nebel schlägt sich im Laub nieder. Die Erträge sind winzig.

Junger Assyrtiko aus Santorin ist streng und stahlig, mit Zitrone, Limette, weissen Blüten und einer salzigen, feuersteinartigen Note; Süsse spielt keine Rolle, die Säure trägt den Wein. Einige Erzeuger bauen ihn im Fass aus, andere im Stahl; beides kann fünf bis zehn Jahre und länger altern und zeigt dann Honig, Nüsse und Trockenfrüchte. Wer die Walliser Petite Arvine mag, erkennt die salzige, grapefruitige Spannung wieder. Auf Santorin bildet der Assyrtiko das Rückgrat der Herkunft Santorini, die ihn mehrheitlich vorschreibt; dazu kommen Athiri und Aidani, und der Vinsanto ist ein süsser Wein aus sonnengetrockneten Trauben.

Von Santorin aus hat sich die Sorte über Griechenland verbreitet: Sie wächst heute auf weiteren Ägäisinseln, in Makedonien, in Mittelgriechenland und auf dem Peloponnes. Auf dem Festland ergeben kühlere und regenreichere Lagen einen reineren, fruchtbetonten Stil, in wärmeren treten Kräuternoten wie Thymian hervor. Weil sie die Säure in der Wärme hält, interessiert sie auch Erzeuger in anderen heissen Ländern: Im Clare Valley in Südaustralien pflanzte das Weingut Jim Barry 2012 Assyrtiko, und vereinzelte Pflanzungen gibt es auch in Kalifornien.

Am Tisch ist Assyrtiko ein Fischwein: gegrillter Fisch, Oktopus, Meeresfrüchte, Feta und Gemüse in Olivenöl; seine Säure passt auch zu Sushi und zu Zitronenhuhn. Gut gekühlt serviert man ihn bei 8 bis 10 Grad.

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