Rebsorte

Trebbiano (Ugni Blanc)

Trebbiano Toscano, in Frankreich Ugni Blanc: Massenrebe Italiens und Basis von Cognac und Armagnac. Herkunft, Stil, Abruzzen, Gerichte.

Farbe
Weiss
Herkunft
Trebbiano ist eine Sortenfamilie ohne gemeinsamen Vorfahren: Trebbiano Toscano ist Ugni Blanc, Trebbiano di Soave ist Verdicchio
Wichtige Anbaugebiete
Frankreich (Cognac, Armagnac; rund 80 000 Hektaren), Italien (Toskana, Abruzzen und weitere Regionen Mittelitaliens; rund 20 000 Hektaren)
Typische Aromen
Zitrone, grüner Apfel, Blüten; neutral, hohe Säure, wenig Alkohol
Klassisch dazu
Frittierter Fisch und Meeresfrüchte, leichte Pasta, Salate, junger Käse
Synonyme
Ugni Blanc, Saint-Émilion (Charente), Procanico (Italien)

Trebbiano ist keine einzelne Traube, sondern ein Name, den Italien einer ganzen Gruppe von Weissen gegeben hat. DNA-Studien haben grosse Unterschiede und keinen gemeinsamen Vorfahren gezeigt: Der Trebbiano di Soave ist genetisch identisch mit dem Verdicchio, der Trebbiano Abruzzese gilt als eigene Sorte. Gemeint ist im Handel meist der Trebbiano Toscano, den die Franzosen Ugni Blanc nennen und der in der Charente auch Saint-Émilion heisst. Mit rund 111 000 Hektaren weltweit (2015) gehört er zu den wenigen Sorten über 100 000 Hektaren, davon rund 80 000 in Frankreich und rund 20 000 in Italien.

Der Erfolg hat einfache Gründe. Die Rebe treibt spät aus und übersteht Frühjahrsfröste gut, sie ist wuchskräftig und liefert grosse Erträge. Die Beeren geben einen neutralen Wein mit hoher Säure und wenig Alkohol: als Tischwein wenig aufregend, als Grundlage für Destillate ideal. In Frankreich ist Ugni Blanc deshalb die Sorte des Cognac, dessen Rebfläche über 70 000 Hektaren umfasst und zum allergrössten Teil mit ihr bepflanzt ist. Der Grundwein hat oft nur 8 bis 9 Volumenprozent. Auch im Armagnac gehört Ugni Blanc zu den Hauptsorten, neben Baco Blanc, Folle Blanche und Colombard.

In Italien steckt Trebbiano in unzähligen Weissweinen, oft als Verschnittpartner, der Frische bringt, ohne zu dominieren. Trebbiano d’Abruzzo hat seit 1972 eine eigene DOC; der Bianco muss zu mindestens 85 % aus Trebbiano bestehen, und Betriebe wie Valentini in Loreto Aprutino und Emidio Pepe in Torano Nuovo haben gezeigt, dass er aus alten Reben und mit Geduld Jahrzehnte altern kann. In der Toskana bildet er zusammen mit Malvasia die Grundlage des Vin Santo, für den die Trauben getrocknet und die Weine jahrelang in kleinen Fässern ausgebaut werden. Auch der Aceto Balsamico di Modena darf unter anderem aus dem Most von Trebbiano-Trauben bereitet werden.

Im Glas ist Trebbiano meist unprätentiös: hell, zitronig, mit lebhafter Säure und leichtem Körper. Das macht ihn zum unkomplizierten Begleiter von frittiertem Fisch, Meeresfrüchten, leichter Pasta, Salaten und jungem Käse. Seine Verwandtschaft ist besser als sein Ruf: DNA-Studien fanden eine enge Verwandtschaft mit der Garganega des Soave, ohne zu klären, wer von beiden Elternteil ist, und aus Ugni Blanc wurde die Hybridsorte Vidal gezüchtet, die weltweit zu den wichtigsten Eisweinsorten zählt. Man trinkt ihn jung und gut gekühlt.

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