Rebsorte
Chasselas
Chasselas, im Wallis Fendant: die meistangebaute weisse Rebsorte der Schweiz. Herkunft am Genfersee, Charakter, Anbaugebiete und passende Gerichte.
- Farbe
- Weiss
- Herkunft
- Genferseebogen, am ehesten Waadt (DNA-Studie Vouillamoz und Arnold)
- Anbau in der Schweiz
- Rund 3 400 Hektaren, davon rund 2 200 in der Waadt und rund 700 im Wallis
- Typische Aromen
- Apfel, Birne, Lindenblüte, Feuerstein, leichtes Prickeln
- Klassisch dazu
- Fondue und Raclette, Eglifilets, Apéro
- Synonyme
- Fendant (Wallis), Perlan (Genf), Gutedel (Deutschland)
Chasselas ist die weisse Traubensorte, von der die Schweiz am meisten trinkt. Mit rund 3 400 Hektaren ist sie die meistangebaute weisse Sorte des Landes, und knapp zwei Drittel dieser Fläche liegen in der Waadt, wo sie die Terrassen des Lavaux, der La Côte und des Chablais prägt. Das Wallis bewirtschaftet gut 700 Hektaren und verkauft den Wein als Fendant, in Genf heisst er Perlan, im deutschen Markgräflerland Gutedel. Die Traube ist überall dieselbe; die Namen verraten, woher die Flasche stammt.
Über die Herkunft wurde lange gestritten: Ägypten, Konstantinopel und das Dorf Chasselas bei Mâcon wurden alle vorgeschlagen. Eine DNA-Studie von José Vouillamoz und Claire Arnold verglich die Sorte mit Hunderten europäischer und vorderasiatischer Reben und fand die grösste Vielfalt alter Chasselas-Typen rund um den Genfersee, am ehesten in der Waadt. Die ältesten schriftlichen Erwähnungen stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Der Schweizer Weisswein schlechthin ist also mit grosser Wahrscheinlichkeit tatsächlich ein Schweizer.
Chasselas ist keine Aromasorte, und genau das macht sie aus. Der Wein ist hell, leicht im Alkohol, mit sanfter Säure und zurückhaltenden Noten von Apfel, Birne und Lindenblüte, aus manchen Lagen mit einer feuersteinartigen, rauchigen Mineralität. Junger Fendant behält oft etwas Kohlensäure, die auf der Zunge leicht prickelt. Weil die Traube selbst wenig vorgibt, zeigt sie Boden und Lage ungewöhnlich deutlich: Ein Dézaley von den steilen Terrassen des Lavaux, ein Yvorne aus dem Chablais und ein Fendant von den Walliser Hängen schmecken erkennbar verschieden. Die besten Weine reifen erstaunlich gut und werden nach zehn und mehr Jahren honigartig und nussig.
Chasselas ist der Apérowein der Romandie und der natürliche Begleiter von Seefisch: Eglifilets, Felchen und Forelle mit etwas Butter. Er ist auch die klassische Flasche zu Fondue und Raclette, wo seine milde Säure den Käse auflockert, ohne ihn zu bekämpfen. Kühl servieren, bei etwa 8 bis 10 Grad, und keine Kraft erwarten, sondern Balance und einen sauberen, leicht salzigen Abgang.