Rebsorte
Garganega
Garganega, die Traube des Soave: Herkunft, vulkanische Böden, Gambellara, Recioto di Soave, Stil und passende Gerichte.
- Farbe
- Weiss
- Herkunft
- Venetien, laut Soave-Konsortium eine der ältesten Sorten Italiens; Eltern unbekannt, eng verwandt mit Trebbiano Toscano und Albana
- Wichtige Anbaugebiete
- Soave und Gambellara in Venetien, Bianco di Custoza, Colli Berici; als Grecanico Dorato auch auf Sizilien
- Typische Aromen
- Mandel, grüner Apfel, weisse Blüten, Zitrone; Salzigkeit und leicht bitterer Mandelton im Abgang
- Klassisch dazu
- Risotto mit Spargel, Süsswasserfisch, Gemüse, Geflügel
- Synonyme
- Grecanico Dorato (Sizilien), Garganega comune
Garganega ist die Traube des Soave und gehört, wie das Soave-Konsortium schreibt, zu den ältesten Sorten Italiens. Ihre Eltern sind unbekannt, doch DNA-Studien zeigen eine enge Verwandtschaft mit mehreren anderen italienischen Weissen, darunter Trebbiano Toscano, Albana und Catarratto. Auf Sizilien wächst dieselbe Sorte unter dem Namen Grecanico Dorato. Ihr Kernland liegt östlich von Verona, rund um die Dörfer Soave und Monteforte d’Alpone, und im benachbarten Gambellara in der Provinz Vicenza. Die traditionellen Rebberge von Soave hat die FAO 2018 als global bedeutsames landwirtschaftliches Erbe (GIAHS) anerkannt, und im Durchschnitt füllt die Appellation rund 50 Millionen Flaschen im Jahr ab.
Die Rebe reift spät und wächst kräftig. Auf fruchtbaren Ebenen gibt sie hohe Erträge und dünne, neutrale Weine; an den Hängen und bei begrenztem Ertrag dagegen Weine mit Tiefe, mit Mandel, grünem Apfel, weissen Blüten und Zitrone, einer feinen Salzigkeit und einem leicht bitteren Mandelton im Abgang. Traditionell zieht man sie an der Veroneser Pergola, geerntet wird von Ende September bis in den Oktober. Ihr Rückgrat ist die Säure, die sie auch für Reife und für süsse Weine geeignet macht.
Der Boden prägt den Stil. Das Soave-Gebiet mit rund 6 500 Hektaren und 13 Gemeinden hat im Osten vulkanische Hügel mit Basaltuntergrund, im Westen Kalkhügel. Nach Angaben des Konsortiums geben die vulkanischen Lagen frische, mineralische und kräftige Weine, die Kalklagen eher elegante, florale und fruchtige. Soave muss zu mindestens 70 % aus Garganega bestehen, der Rest sind Trebbiano di Soave und Chardonnay; der Soave Classico stammt aus dem historischen Hügelland, und der Soave Superiore ist seit 2001 DOCG. Gambellara, eine kleine DOC von 1970 mit mindestens 80 % Garganega, liegt auf Basalt und Tuff am Rand der Lessinischen Berge.
Aus Garganega entstehen auch Süssweine. Der Recioto di Soave, 1998 als erster DOCG-Wein des Veneto anerkannt, wird aus Trauben gekeltert, die mehrere Monate getrocknet wurden; der Recioto di Gambellara folgte 2008. Als trockener Wein ist Soave ein vielseitiger Begleiter: Er passt zum Apéro, zu Spargelrisotto, Süsswasserfisch, Gemüse und Geflügel, ohne sich aufzudrängen. Wer mehr will als einen einfachen Soave, sucht einen Soave Classico oder Soave Superiore. Seit 2019 kennt das Reglement zudem 33 zusätzliche geografische Einheiten (UGA), die auf dem Etikett erscheinen dürfen.