Rebsorte

Glera

Glera, die Traube des Prosecco: Herkunft, Charmat-Methode, DOC und DOCG Conegliano Valdobbiadene, Stile und passende Gerichte.

Farbe
Weiss
Herkunft
Nordostitalien; der Name Prosecco geht auf ein Dorf bei Triest zurück, seit 2009 heisst die Sorte offiziell Glera
Wichtige Anbaugebiete
Venetien und Friaul-Julisch Venetien: Prosecco DOC (über 25 000 Hektaren), Conegliano Valdobbiadene DOCG (rund 8 000 Hektaren)
Typische Aromen
Apfel, Birne, weisse Blüten, Zitrus; leicht, frisch, wenig Alkohol
Klassisch dazu
Apéro und Spritz, Schinken mit Melone, Fritto misto, Risotto, Sushi
Stile
Spumante (voll schäumend), Frizzante (leicht perlend), Col Fondo (Flaschengärung, mit Hefe); Brut, Extra Dry, Dry

Glera ist die Traube, aus der Prosecco gemacht wird, und der Unterschied zwischen beiden Namen gehört zur Geschichte. Prosecco hiess ursprünglich die Sorte und erinnert an ein Dorf auf dem Karst oberhalb von Triest. Seit der Reform von 2009 ist Prosecco ein geschützter Herkunftsname, die Sorte heisst offiziell Glera, ein alter Name, der wieder in Gebrauch kam. So kann Prosecco nur noch aus dem Gebiet stammen: aus neun Provinzen in Venetien und Friaul-Julisch Venetien für die DOC, aus den Hügeln nördlich von Treviso für die DOCG.

Die Regeln: Prosecco DOC muss zu mindestens 85 % aus Glera bestehen, den Rest dürfen alte lokale Sorten wie Verdiso, Bianchetta Trevigiana und Perera sowie Chardonnay und Pinot stellen. Seit 2020 gibt es auch einen Rosé, Glera mit 10 bis 15 % Pinot Nero. Die DOC deckt über 25 000 Hektaren und bringt jährlich über 600 Millionen Flaschen hervor, den grössten Teil davon für den Export. Das Herz liegt in den Hügeln zwischen Conegliano und Valdobbiadene: Dort wächst der Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG auf rund 8 000 Hektaren an steilen Hängen, die seit 2019 zum UNESCO-Welterbe gehören. Cartizze, ein Hügel von rund hundert Hektaren bei Valdobbiadene, und die 43 «Rive» genannten Einzellagen gelten als die feinsten Quellen.

Die Methode prägt den Wein ebenso wie die Traube. Die meisten Prosecco entstehen nach der Charmat-Martinotti-Methode: Die zweite Gärung findet nicht in der Flasche statt, sondern in einem druckfesten Stahltank, ein Verfahren, das der Italiener Federico Martinotti 1895 patentieren liess und der Franzose Eugène Charmat 1907 verbesserte. Es bewahrt den frischen Fruchtduft der Glera, die von sich aus wenig Eigenwilligkeit hat, und hält die Weine erschwinglich. Daneben besteht der traditionelle Col Fondo, der in der Flasche weitergärt und auf seiner Hefe bleibt, daher leicht trüb ist. Die Süsse steht auf dem Etikett: Brut bis 12 Gramm Restzucker pro Liter, Extra Dry 12 bis 17, Dry 17 bis 32.

Im Glas ist Prosecco leicht und unkompliziert: Apfel, Birne, weisse Blüten und Zitrus, mässige Säure, wenig Alkohol. Man trinkt ihn jung und kühl, bei etwa 6 bis 8 Grad, als Apéro, im Spritz oder zu Schinken mit Melone, Fritto misto, Risotto und Sushi. Wer mehr Struktur sucht, greift zu einem Superiore aus Valdobbiadene, am besten einem Brut oder einem Rive, bei dem Frische und Feinheit der Perlage klarer hervortreten.

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