Rebsorte
Gewürztraminer
Gewürztraminer, die rosarote, duftende Form des Traminers: Name und Herkunft, Anbau im Elsass und in Südtirol, trocken bis süss, Gerichte.
- Farbe
- Weiss (rosarote Beerenschale)
- Herkunft
- Aromatische Mutation des Traminers (Savagnin); Name vom Südtiroler Weindorf Tramin
- Wichtigste Anbaugebiete
- Elsass (gut 3 000 Hektaren), Südtirol (rund 600), Pfalz, Rheinhessen, Baden, Neuseeland, USA
- Anbau in der Schweiz
- Rund 45 Hektaren; der Walliser Heida gehört zur selben Familie
- Typische Aromen
- Litschi, Rosenblüte, Gewürznelke, Zimt, Aprikose, Akazienblüte
- Klassisch dazu
- Munsterkäse, Gänseleber, scharfe asiatische Küche; süss zu Marzipan und Aprikose
Gewürztraminer ist der Weisswein, den man nach dem ersten Schluck erkennt. Seine Beeren sind rosarot, der Wein ist golden und duftet nach Litschi, Rosenblüte und Gewürzen, mit viel Körper und wenig Säure. Das Elsass ist sein berühmtestes Zuhause; dort schreibt man den Namen ohne Umlaut, «Gewurztraminer». «Gewürz» bedeutet würzig, «Traminer» erinnert an Tramin, italienisch Termeno, das Weindorf an der Südtiroler Weinstrasse südlich von Bozen.
Genetisch ist Gewürztraminer keine eigene Sorte, sondern die aromatische Form des Traminers, der in Frankreich Savagnin heisst. Die Familie ist alt und fruchtbar: Der grünbeerige Savagnin Blanc, der rote Traminer und der Gewürztraminer unterscheiden sich in Beerenfarbe und Duft, und Traminer steht in der Ahnenreihe von Silvaner und Grünem Veltliner. Ob die Rebe tatsächlich aus Tramin stammt, ist umstritten; der Name hielt sich, weil der Wein von dort im Mittelalter berühmt war. In der Schweiz gehört der Walliser Heida, der Savagnin Blanc, zur selben Familie, hat aber nicht das Rosenaroma; echter Gewürztraminer steht auf rund 45 Hektaren.
Im Elsass, auf gut 3 000 Hektaren, also etwa einem Fünftel der Rebfläche, reicht der Stil von trocken über halbtrocken bis zu den süssen «Vendange Tardive» und «Sélection de Grains Nobles»; er gehört zu den vier Edelsorten, die in den Grand-Cru-Lagen zugelassen sind. In Südtirol, auf rund 600 Hektaren, liegt das Zentrum bei Tramin und Eppan; die Weine sind dort üppig, alkoholreich und säurearm. In Deutschland wächst er vor allem in der Pfalz, in Rheinhessen und in Baden. Die Rebe ist heikel: Bei kühlem Wetter während der Blüte fallen viele Blüten ab, und die Erträge schwanken stark.
Weil der Wein so viel Duft und Gewicht hat, braucht er Gegenspieler. Der elsässische Klassiker ist Munsterkäse, dessen kräftiger Geruch dem Wein standhält; dazu kommen Gänseleber und scharfe oder süsslich gewürzte asiatische Gerichte, bei denen eine Spur Restsüsse die Schärfe mildert. Edelsüsse Versionen passen zu Desserts mit Aprikose oder Marzipan und zu Blauschimmelkäse. Man serviert ihn nicht zu kalt, damit sich der Duft entfalten kann. Ein Tipp für den Einstieg: Ein trockener Gewürztraminer aus dem Elsass oder aus Südtirol ist ein guter Vergleich zu einem Walliser Heida, denn so schmeckt man, wie weit zwei Verwandte auseinanderliegen können.